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Baden-Württemberg Tübingen: Gomaringer Feuerwehr startet ins Digitalzeitalter

Baden-Württemberg Tübingen: Gomaringer Feuerwehr startet ins Digitalzeitalter

#1 von Detlef Wipperfürth , 12.04.2017 09:53

11.04.2014 Baden-Württemberg Tübingen: Gomaringer Feuerwehr startet ins Digitalzeitalter



GOMARINGEN/TÜBINGEN. Eigentlich sollte es bereits zur Fußball-WM 2006 funktionieren. Sollte. Immerhin nutzt die Polizei im Landkreis das digitale Funknetz schon seit 2013. Bei den Feuerwehren und Gemeinden ist »Digitalfunk« allerdings nun seit zehn Jahren beinahe ein Running Gag.

»Das Geld für die Umstellung war schon im Haushalt, als ich noch Hauptamtsleiter war«, erinnert sich der Gomaringer Bürgermeister Steffen Heß. Doch von Jahr zu Jahr wurde die Einführung verschoben. Was bei Haushaltssitzungen nur noch ein gelangweiltes Durch- und bei der Feuerwehr ein Abwinken hervorrief, soll wie in den anderen Kreisgemeinden nun ab dem vierten Quartal 2017 und mit drei Jahren Übergangszeit tatsächlich verwirklicht werden. Die Leitstelle Tübingen bekam Anfang Dezember die Technik geliefert. Hier wird nun nach und nach die Hard- und Software installiert, um über die bestehenden Telekommunikationsanlagen und Einsatzleitsysteme den Digitalfunk der Feuerwehr steuern zu können.

»Uns fehlte die Dechiffriertechnik«, erklärt der Tübinger Kreisbrandmeister Marco Buess die lange Wartezeit. Es gäbe hier wenige Umrüster, »und die Umstellung wird ja bundesweit vorbereitet«. Zudem mussten im Landkreis erst die zehn neuen digitalen Alarmumsetzer (DAU) gebaut werden. Die Planung für die kreisweite, planmäßige und schrittweise Umsetzung läuft jedenfalls.

Ab Herbst wird umgerüstet

In Gomaringen stehen für die neue Technik dieses Jahr 40 000 Euro bereit. 30 000 Euro kommen 2018 dazu – ein ganz schöner Brocken, wenn man bedenkt, was die Gemeinde mit neuem Dienstleistungszentrum, Regenüberlaufbecken und Kindergarten in nächster Zeit zu leisten hat. Insgesamt steht die Feuerwehr mit 329 000 Euro im Gomaringer Vermögenshaushalt 2017. Ab Herbst wird umgerüstet: erst intern der digitale Sprechfunk im Feuerwehrhaus, in jedem Fahrzeug und an den Handfunkgeräten, dann 2018 die digitale Alarmierung. Für jedes Löschfahrzeug werden 4 000 Euro gerechnet, für die Kleinfahrzeuge 3 000 Euro – sechs Fahrzeuge sind es in Gomaringen und Stockach insgesamt. Die Feststation im Feuerwehrhaus kostet 5 000 Euro, die Handfunkgeräte der Kommandanten jeweils 1 200 Euro und die Funkmeldeempfänger je 200 Euro. 600 Euro gibt es Zuschuss je Funkgerät im Gebäude und in den Fahrzeugen. Die Funkmeldeempfänger der Mannschaft werden über die »Kopfpauschale« in Höhe von 85 Euro, die die Gemeinden jedes Jahr vom Land für die persönliche Schutzausrüstung und die Uniform erhalten, mitfinanziert.

Reden kann nur einer

Bisher läuft der Analogfunk im Landkreis über vier Umsetzer. Es gibt im landesweit festgelegten Funknetz für die Feuerwehren im 4-m-Bereich einen Betriebskanal für den Landkreis, einen Leitkanal und Abschnittskanäle, alle jeweils für bestimmte Funktionen der Kommunikation. Als Vorteil empfindet es Gunther Rapp von der Gomaringer Feuerwehr, dass bisher praktischerweise alle Rettungskräfte mit Funkgeräten mithören können. Nachteil: Reden kann jeweils nur einer – eine Alarmierung hat Vorrang. Und alles läuft über die Leitstelle. Im neuen Digitalnetz dagegen kann man nicht mehr mithören, aber Funkgeräte können künftig – ohne die Leitstelle – wie beim Mobilfunk einzeln untereinander oder in Gruppen Kontakt halten, und zwar gleichzeitig. Eine solche Gruppe wären beispielsweise die Führungskräfte als Untergruppe der Gruppe Feuerwehr.

Die Verständigungsqualität wird im Digitalfunk entweder »sehr gut oder gar keine« sein, sagt Rapp. Beim Analogfunk konnte man immerhin noch Bruchstücke verstehen, bis ein Signal völlig verschwand. Man wird sich daran gewöhnen. Andererseits liegt heute die digitale »Netzausleuchtung« im Landkreis laut Polizei bei 99 Prozent. Auch wenn man die Systeme nicht direkt vergleichen kann – »Kinderkrankheiten« habe die Polizei beseitigt. Und »um die Gefahr von Netzausfällen zu minimieren«, erklärt Leitstellenleiter Dieter Bauer, »wird das Digitalfunknetz sicherheitshalber mit einer gewissen Redundanz aufgebaut«.

Drei Jahre sind ab Ende 2017 als Übergangszeit angesetzt. Der Echtbetrieb der Feuerwehr läuft in jedem Fall analog, digital wird nebenher geübt. In der integrierten Leitstelle Tübingen werden beide Systeme parallel bedient. Ob die spezielle SMS-Alarmierung in Gomaringen bleibt, wird man sehen.

In Tübingen wurden schon Wetten abgeschlossen, ob der Digitalfunk bei der Feuerwehr überhaupt jemals Wirklichkeit wird. Da braucht es noch einen langen Atem, nämlich bis Neujahr 2021 – wenn der Analogfunk endgültig abgeschaltet wird. So lange kann man ja schon mal vom »Rescue Tracking« träumen: Einsätze und Fahrzeuge auf digitalen Karten planen und in Echtzeit überwachen.

Quelle: http://www.gea.de/…/feuerwehr+startet+ins+digitalzeitalter.…


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Detlef Wipperfürth
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