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Bayern Unterallgäu: Geglückter Start in die Zukunft

Bayern Unterallgäu: Geglückter Start in die Zukunft

#1 von Detlef Wipperfürth , 11.07.2017 11:13

08.07.2017 Bayern Unterallgäu: Geglückter Start in die Zukunft



Seit dieser Woche funken die Feuerwehren im Unterallgäu auch digital. Die Umstellung lässt sich auch als eine lange Geschichte der Ankündigungen lesen
Die Feuerwehren im Landkreis Unterallgäu sind diese Woche in ein neues Zeitalter gestartet. Das ist allerdings ohne großes Aufheben geschehen. Weder knallten die Sektkorken, noch drückte jemand symbolträchtig auf den Startknopf. Seit Montag um 9 Uhr sind die Feuerwehren an den Digitalfunk angeschlossen. Der Start glückte reibungslos, wie Kreisbrandmeister Hans-Peter Schneider berichtet.
An diesem Tag begann im Bereich der Integrierten Leitstelle Donau-Iller mit Sitz in Krumbach und somit auch im Landkreis Unterallgäu nach einer etwa zweijährigen Vorbereitungszeit für die Feuerwehren der Regelbetrieb im Digitalfunk. Die digitale Funktechnik löst eine analoge Funktechnik für die Behörden und Organisationen ab, die Sicherheitsaufgaben wahrnehmen. Dazu zählen neben den Feuerwehren der Rettungsdienst und die Polizei.
Die Geschichte des Digitalfunks in Deutschland ist eine Geschichte der Ankündigungen und Verschiebungen. Schon 1990 war klar, dass die analoge Funktechnik technisch ausgereizt und zunehmend störanfällig ist. Vor allem ist sie nicht abhörsicher.
Als die Europäische Union im Jahr 1990 das Schengener Abkommen einführte und damit die unmittelbaren Grenzkontrollen zwischen den Mitgliedsstaaten wegfielen, sollte auch die digitale Funktechnik kommen. Sicherheitsbehörden in der EU sollten ein einheitliches Sprach- und Datenfunknetz erhalten. Die deutsche Innenministerkonferenz beschloss dann im Jahr 2000, in Deutschland ein bundesweites Digitalfunknetz für die Behörden aufzubauen. Allerdings konnte mit der Realisierung erst mit Arbeitsbeginn der Bundesanstalt für den Digitalfunk im Jahr 2007 begonnen werden. Seit 2016 steht dieses Digitalfunknetz bundesweit zur Verfügung. In Deutschland wurde das weltweit größte Funknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben aufgebaut. Eine halbe Million Nutzer sind angeschlossen. Bundesweit ist es in 45 Netzabschnitte eingeteilt mit rund 4500 Basisstationen, berichtet Schneider. Davon befindet sich etwa ein Fünftel aufgrund der vielen Berge allein in Bayern.
Die wesentlichen Verbesserungen im Vergleich zum analogen Funk liegen beim Digitalfunk in der weitaus besseren Sprachkommunikation und der Abhörsicherheit. Im Bereich der Integrierten Leitstelle Donau-Iller, zu deren Zuständigkeitsbereich die Landkreise Günzburg, Neu-Ulm, Unterallgäu und die Stadt Memmingen gehören, waren seit Herbst 2014 Arbeitsgruppen damit beschäftigt, die notwendigen Vorbereitungen zur Einführung des Digitalfunks zu treffen.
Eine wesentliche Neuerung ist die Einrichtung von sogenannten Taktisch-Technischen Betriebsstellen (TTB) in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt. Wesentliche Aufgabe einer TTB ist das zentrale Management für die Funkgeräte: Ausnahmslos alle Funkgeräte, welche bei den Feuerwehren betrieben werden, müssen registriert, mit Sicherheitskarten ausgestattet und im Digitalfunknetz angemeldet werden.
Alle 52 Gemeinden stellen um
Im Landkreis Unterallgäu hatte der Mindelheimer Kreisbrandmeister Hans-Peter Schneider als Leiter des Fachbereichs Informationstechnik und Funk die Federführung bei der Einführung des Digitalfunks. Er hatte gut zu tun. Schneider organisierte die gemeinsame Ausschreibung für alle Geräte für die vier beteiligten Kreisverwaltungsbehörden. Für alle 52 Unterallgäuer Gemeinden mit ihren 131 Feuerwehren waren die Geräte zu bestellen sowie der Einbau der Fahrzeugfunkgeräte zu organisieren. Parallel dazu mussten mehrere hundert Feuerwehrleute in der neuen Digitalfunktechnik geschult werden.
Die Taktisch-Technische Betriebsstelle TTB Unterallgäu mit Sitz im Feuerwehrhaus Mindelheim nahm in den vergangenen zwölf Monaten die Registrierung der mittlerweile etwa 1300 Funkgeräte für die Feuerwehren im Landkreis Unterallgäu vor und wird künftig auch für den Reparaturservice sorgen. Personell ausgestattet ist die TTB Unterallgäu mit 14 ehrenamtlichen Helfern vom Fachbereich Informationstechnik und Funk. Sie schulen die Feuerwehrleute.
Die Umstellung für alle 52 Gemeinde kostet rund 900 000 Euro. Der Freistaat Bayern übernimmt davon 80 Prozent, allerdings nur für die Erstanschaffung der Funkgeräte. Für den Rest müssen die Gemeinden aufkommen.
Als nächster Schritt steht die Umstellung der Funkalarmierung für Sirenen und Meldeempfänger auf den Digitalfunk bevor. Dies wird nach Einschätzung von Kreisbrandmeister Hans-Peter Schneider noch etwas dauern. Bis dahin erfolgen die Feuerwehrwehralarmierungen noch analog.
Quelle: Augsburger Allgemeine


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Detlef Wipperfürth
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