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Hessen Gießen: Feuerwehren im Landkreis erhalten neue Melder

Hessen Gießen: Feuerwehren im Landkreis erhalten neue Melder

#1 von Detlef Wipperfürth , 17.03.2018 16:00

17.03.2018 Hessen Gießen: Feuerwehren im Landkreis erhalten neue Melder



KREIS GIESSEN - Digitalfunk ist seit vielen Jahren ein vorherrschendes Thema bei den heimischen Feuerwehren und den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, wie es im Amtsdeutsch heißt. Teilweise ist es zehn Jahre her, seit in den Kommunalparlamenten über die Umstellung auf Digitalfunk diskutiert wurde. Als erste haben nun die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Linden neue Melder erhalten.

Stadtbrandinspektor Sebastian Weiß berichtete, dass 83 solcher Geräte angeschafft wurden. "Pro Geräteset mit Ladestation und Zubehör kostet uns das rund 500 Euro brutto. Zusammen mit diversem Zubehör wie den Bildschirmen in den Feuerwehrhäusern und der erforderlicher Software liegt die Gesamtinvestition bei rund 45 000 Euro." Andere Ausgaben, zum Beispiel für die Funkgeräte in den Fahrzeugen, wurden bereits vor Jahren getätigt.

Seit Beginn des Jahres sind die neuen kompakten "Funkmeldeempfänger mit interner Antenne", der "P8GR" der Firma Airbus, im Einsatz und bieten den Einsatzkräften wie auch der Leitung ganz neue Möglichkeiten. "Die neuen Pager arbeiten ebenfalls in dem Digitalfunknetz, in dem wir seit einigen Jahren funken", erklärte Weiß. Die spürbarste Veränderung für die Brandschützer im Einsatz ist die Rückmeldefunktion. Darüber hinaus ist der Funkverkehr abhörsicher. Die Vertraulichkeit bei personenbezogenen Informationen bleibt bei verschlüsselter Datenübertragung gewahrt.

Verschlüsselt

Gegenüber den bisherigen, rein passiven Geräten sind die Pager - etwa wie Handys - aktiv im Netz eingebucht und kommunizieren mit diesem. "Dadurch erhält man auch eine Meldung, wenn kein Empfang mehr besteht. Die Kommunikation ist mit einer Sicherheitskarte verschlüsselt, genauso wie bei den Digitalfunkgeräten. Dadurch können die Alarme nicht mehr wie bisher von jedem Technikinteressierten abgehört werden, der sich für 50 Euro einen Scanner kauft. Die Verschlüsselung ist nach heutigem Stand nicht in einem irgendwie sinnvollen Zeitrahmen zu knacken", erläuterte der Stadtbrandinspektor mit Hinweis auf seitherige Schwachstellen. Updates sind am heimischen Computer möglich.

Hessen ist das erste Bundesland, das bei der Einführung des Digitalfunks die Alarmierung einbezieht und so insbesondere die Anforderungen von ehrenamtlichen Einsatzkräften der Feuerwehren und der Hilfsdienste berücksichtigt. Je nach Gerätekonfiguration löst der Empfang einer Mitteilung ein Alarmsignal aus. Der Nutzer kann derartige Mitteilungen quittieren. Über diese Rückmeldung ist die Leitstelle jederzeit über die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte informiert.

Zusätzlich können die Feuerwehrkräfte jetzt nach Empfang eines Alarms direkt am Pager auswählen, ob sie kommen können oder nicht. Diese Rückmeldung wird in Linden etwa in beiden Feuerwehrhäusern gesammelt dargestellt, sodass die Einsatzleitung direkt am Bildschirm erkennen kann, wer noch alles auf dem Weg ist und welche Qualifikationen diejenigen haben. Ermöglicht wird dies durch eine funktionsbezogene Programmierung.

Die Geräte können eindeutig den Maschinisten, einem Atemschutzgeräteträger oder den Gruppenführern zugeordnet werden. So könne sofort erkannt werden, welche Einsatzkräfte zur Verfügung stehen und bei einer knappen "Teilnehmerzahl" könne direkt nachalarmiert werden. Bisher musste stets gewartet werden, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren und erst dann konnte entschieden werden, ob die Anzahl ausreicht. Durch das neue System werden bei einem Einsatz wertvolle Minuten gewonnen.

Allerdings haben die neuen Pager auch einen großen Nachteil. Während die alten Geräte eine Akkulaufzeit von fast einer Woche hatten, so müssen die neuen schon nach zwei Tagen erneut aufgeladen werden. Auch sind die neuen Geräte etwas größer. Die nun ausgediente analoge Meldetechnik, sprich die Alarmierung mittels Funkmeldeempfänger, war in Linden bereits seit Mitte der 70er Jahre im Einsatz, wie Funk-Kreisausbilder Joachim Pirr erklärte. Er sammelt die alten Melder derzeit ein.

Analog bis 2022?

Nach Angaben von Kreisbrandinspektor Mario Binsch sollen nun nach und nach alle Feuerwehren im Landkreis auf Digitalfunk umgestellt werden, ebenso der Katastrophenschutz und der Rettungsdienst. Das analoge Netz werde vorerst weiterbetrieben. Der bisherige Plan des Landes sei, dieses 2022 abzuschalten.

Einen ganz besonderen Vorteil des neuen Systems erklärte Stadtbrandinspektor Weiß bei der Dienstversammlung, als er Bürgermeister Jörg König als oberstem Dienstherr der Lindener Brandschützer einen Pager überreichte. Dieser kann sich künftig die Anrufe sparen, um was für einen Einsatz es sich handelt. Dies kann das Stadtoberhaupt nun bereits bei der Alarmierung auf seinem Pager lesen.

Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/…/feuerwehren-im-landkreis…


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http://www.funkfrequenzen01.de/

 
Detlef Wipperfürth
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