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5. EuRegio-Sicherheitssymposium in Ainring

#1 von Detlef Wipperfürth , 13.12.2018 08:08

12.12.2018 Bayern: Medieninformation EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein

5. EuRegio-Sicherheitssymposium in Ainring



Landkreis - Über 150 Führungskräfte der Einsatzorganisationen aus den beiden Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein sowie dem Land Salzburg verfolgten mit großem Interesse das 5. EuRegio-Sicherheitssymposium.

EuRegio-Präsident und Bürgermeister der Stadt Tittmoning Konrad Schupfner und der Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land Georg Grabner begrüßten die zahlreichen Gäste von "drent und herent". Sie dankten den Einsatzorganisationen für ihre ungebrochene Einsatzbereitschaft, die sich bei vielen Einsatzlagen wie etwa an der Riesending-Höhle, beim Eishalleneinsturz in Bad Reichenhall, bei diversen Waldbränden oder bei Hochwassereinsätzen immer wieder zeige. Dass dabei auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bestens funktioniere, sei sicher auch auf die gemeinsame Fortbildung wie etwa bei dem Sicherheitssymposium zurückzuführen, zeigten sich Schupfner und Grabner überzeugt.

Das EuRegio-Sicherheitssymposium, das alle zwei Jahre stattfindet, stand unter dem Motto "Katastrophenschutz und Großschadensereignis". Dabei widmeten sich die Referenten in ihren Vorträgen den Bereichen "Digitalfunk/Kommunikation", "Lebensbedrohliche Einsatzlagen" und "Einsatzberichte zu Terrorlagen/Unglücksfällen".
Digitalfunk und Kommunikation

Die bayerische Polizei ist seit Ende 2016 vollständig mit Digitalfunk ausgerüstet. Im ersten Vortragsblock "Digitalfunk/Kommunikation" erläuterte Gerhard Schusser vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd die Erfahrungen mit dem Digitalfunk anhand von Einsätzen wie etwa dem Zugunglück in Bad Aibling 2016 oder eines Amokfehlalarms in Holzkirchen 2017. Positiv sei etwa, so Schusser, die große Anzahl möglicher Sprechgruppen oder auch eine höhere Ausfallsicherheit gegenüber dem Analogfunk. Kritisch würdigte er den schnellen Technikwechsel oder auch den hohen Schulungsaufwand.

Traunsteins Kreisbrandrat Christof Grundner und Jakob Goёss, Leiter Rettungsdienst beim Bayerischen Roten Kreuz Traunstein, gingen anschließend auf die Räumung des Festivals "Chiemsee Summer" am 18. August 2017 aufgrund eines aufziehenden Unwetters ein. Die Anzahl der betroffenen Personen, Windgeschwindigkeiten über 100 km/h, Dunkelheit, Stromausfall, Starkregen und blockierte Anfahrtswege machten den gesamten Einsatz zur großen Herausforderung. Dabei stellte aber insbesondere auch die über längere Phasen nicht mögliche Funkkommunikation unter den Einsatzkräften sowie mit der Integrierten Leiststelle ein riesiges Problem bei der Einsatzbewältigung dar.
Lebensbedrohliche Einsatzlagen

Der zweite Vortragsblock "Lebensbedrohliche Einsatzlagen" startete mit einem Erfahrungsbericht von Brandmeister Richard Pyrek von der Berufsfeuerwehr Wien über die Gefahren von Kohlenmonoxid (CO) im Einsatzdienst. CO ist ein giftiges, farb- und geruchloses, heimtückisches Gas, das auch keine Atemnot auslöst. Unfälle mit Kohlenmonoxid sind in den letzten Jahren deswegen so stark angestiegen, weil diese Vergiftungen in der Vergangenheit noch nicht erkannt wurden. Sie können immer dann durch chemische Reaktionen entstehen, wenn Verbrennungsaktivitäten und Sauerstoffmangel zusammentreffen, also etwa bei Betrieb eines Holzkohleoder Gasgrills, von Brennwertthermen oder von Baumaschinen in schlecht oder gar nicht belüfteten Räumen. Die Gaskonzentration steigt dabei mit der Nähe zur Brandquelle und kann auch durch Abluftventilatoren verstärkt werden. Da das Gas auch durch Wände und Decken diffundiert, muss dies bei Einsätzen und Kontrollen besonders berücksichtigt werden.

Erhebliche Gefahren für die Einsatzkräfte können auch von Sprengmitteln ausgehen. Major Wolfgang Fink vom Pionierbataillon 2 des österreichischen Bundesheeres verdeutlichte dies eindringlich in seinen Ausführungen über Arten, Funktionsweisen und Umsetzgeschwindigkeiten verschiedener Sprengmittel. Gerade der Bereich der selbst hergestellten Sprengmittel käme immer häufiger vor, so Fink, und erfordere daher bei Einsatzkräften eine besondere Kenntnis der möglichen Grundstoffe und Herstellungswerkzeuge sowie der Gefahren durch eine unwillkürliche Auslösung.

Die Landepolizeidirektion Salzburg informierte anschließend mit Oberstleutnant Bernhard Micheli, und den Oberräten Bernhard und Michael Rausch über die Erarbeitung und Umsetzung einer Richtlinie zur Bewältigung lebensbedrohlicher Einsatzlagen.Diese Richtlinie wurde im ersten Ansatz auf "Terrorlagen" ausgerichtet, allerdings wurde schnell klar, dass dies in der Chaosphase zu Beginn nicht sofort erkennbar sei, weshalb eine Ausdehnung auf "lebensbedrohliche Einsatzlagen" ganz generell vorgenommen wurde, also auch Geiselnahmen oder ähnliches umfasse, so Micheli gleich zu Beginn. Die Einrichtung eines Zonenkonzeptes mit einer "heißen Zone" im unmittelbaren Gefahrenbereich sowie einer "warmen Zone", in der sich nur Gefahrenabwehrkräfte primär der Polizei befinden, ist ebenso Bestandteil der Richtlinie wie konkrete Checklisten, Basisformulare für Behördenaufträge oder vorbereitete Medieninformationen, auch für den Bereich der sozialen Medien, zur schnellen und effizienten Einleitung einzelner Einsatz-schritte. Eine rasche Information mit gesicherten Erkenntnissen sei für die Wahrnehmung in der Bevölkerung besonders wichtig, so Michael Rausch.

Einsatzberichte zu Terrorlagen und Unglücksfällen

Nach dem Mittagessen, das vom Roten Kreuz Berchtesgadener Land perfekt organisiert und hergerichtet war, widmete sich der nachmittägliche Teil des Symposiums zwei Einsatzberichten zu Terrorlagen und Unglücksfällen. Zunächst nahm Markus Brunner, stv. Landesrettungskommandant beim Roten Kreuz Oberösterreich, die Einsatzkräfte mit in die Einsatzabläufe beim Zelteinsturz in Frauschereck. Dieses Unglück fand am gleichen Tag und mit den gleichen Ursachen statt wie die Räumung des Festivals "Chiemsee Summer", nur mit einer zeitlichen Verzögerung. Der durch den Sturm verursachte Zelteinsturz führte zu 140 Verletzten. Auch hier war das Kommunikationsnetz teilweise zusammengebrochen und Anfahrtswege blockiert. Es entwickelte sich eine hochdynamische Situation, in der fast 150 Einsatzkräfte beteiligt waren. Ein zentraler Leitstellenverbund und ein eigenes Callcenter hätten sich bei dem Einsatz bewährt, Verbesserungspotenzial seien in der Kommunikation zwischen den Ärzten vor Ort und den Krankenhäusern sowie im eigenen Kommunikationsnetz bzw. -verhalten erkannt worden, fasste Brunner einige Erkenntnisse zusammen.

Abschließend ging Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä auf den Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum in München am 22. Juli 2016 ein. Vom ersten Schuss des Täters bis zu dessen Suizid vergingen rund zweieinhalb Stunden. Innerhalb dieses Zeitraums, aber auch noch mehrere Stunden danach entwickelte sich eine hochdynamische Lage in der gesamten Stadt, die auch dadurch verursacht wurde, dass es zunächst glaubhafte Informationen über weitere Täter gab.Im gesamten Einsatzzeitraum kam es zu über 70 Einsätzen mit dem immer nachvollziehbaren Einsatzgrund "Schüsse". Aufgrund der touristisch weltweit hohen Stellung Münchens kam es im Verlauf des Einsatzes zu sehr vielen Vermisstenmeldungen/-anfragen aus aller Herren Länder, die die Einrichtung der Gemeinsamen Auskunfts- und Vermisstenstelle von Polizei und dem Förderkreis GAST/EPIC, welchem verschiedene Fluggesellschaften, viele deutsche und österreichische Flughäfen, die Deutsche Bahn sowie einige Reiseunternehmen angehören, erforderlich machte. Das Thema "Betreuung" habe sich hier zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor entwickelt, so Andrä. Zu Problemen führte auch der Einsatz von zivilem bewaffnetem Personal, welches durch die Bevölkerung nicht gleich als Polizisten erkennbar waren, da dadurch weitere Notrufe und Folgeeinsätze verursacht wurden. Als besondere Problemstellungen entwickelten sich zudem die Funkkommunikation insbesondere im Untergrund (fehlendes BOS-Digitalfunknetz etwa in den U-Bahnen, Tiefgaragen etc.) sowie die Festlegung von "sicheren" Bereitstellungsräumen und Kräftesammelstellen. Eine Maßnahme mit enormen Auswirkungen und damit eine zusätzliche Herausforderung stellte die Entscheidung der Polizei dar, den Öffentlichen Nahverkehr einzustellen, was nicht nur Tausende von Pendlern betraf, sondern auch die Mobilität der Einsatzkräfte stark einschränkte. Eindringlich empfahl Andrä zum Schluss, sich in den Einsatzorganisationen die Zeit für gemeinsame Übungen zu nehmen, denn nur damit kann die notwenige Handlungssicherheit für solche akuten Einsatzlagen gewonnen werden.

Moderator Michael Rausch von der Landespolizeidirektion Salzburg und EuRegioGeschäftsführer Steffen Rubach schlossen das fünfte EuRegio-Sicherheitssymposium mit der Erkenntnis, dass die interdisziplinäre und grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen auch in Zeiten der digitalen Kommunikation unersetzlich ist und bleibt. Gute Übungen, auch gemeinsam, und eine funktionierende Kommunikation sind dafür die wichtigsten Grundlagen. Ein besonderer Dank galt dem Team des Roten Kreuzes Berchtesgadener Land rund um Rettungsdienstleiter Markus Zekert, das sich nicht nur um den Aufbau kümmerte, sonder auch ganztägig vorzüglich für das leibliche Wohl der Zuhörerschaft sorgte.

Quelle: https://www.bgland24.de/bgland/region-ba...g-10834690.html


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Detlef Wipperfürth
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zuletzt bearbeitet 13.12.2018 | Top

   

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