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Die BDBOS Aktuelles Storyline Breitband BOS

#1 von Detlef Wipperfürth , 22.01.2026 21:52

Die BDBOS Aktuelles Storyline Breitband BOS

Die gemeinsame Vision zum Digitalfunk der nächsten Generation

„Was hat es mit dieser Breitbandstrategie für den Digitalfunk BOS auf sich?“, „Was erwartet mich als BOS-Nutzer?“ und „Was soll dieses Breitband BOS eigentlich sein?“ – Diese und ähnliche Fragen werden immer häufiger an Verantwortliche und Entscheidungsträger im Digitalfunk BOS herangetragen. Die Antworten sind, je nach Sichtweise auf das Gesamtbild, vielfältig. Wollen die einen die Funktionalitäten eines kommerziellen Breitbandnetzes mit der Verlässlichkeit aus dem jetzigen TETRA-Digitalfunknetz kombinieren, setzen andere auf eine zukunftsfähige Ablösung der aktuellen TETRA-Technik durch standardisierte Mobilfunktechnik. Was alle eint: Das Ziel ist ein zukunftsfähiges, verlässliches und sicheres Netz für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Mit dieser Anforderung im Hinterkopf entstand die zwischen Bund und Ländern abgestimmte Storyline Breitband BOS, die die gemeinsame Vision auf dem Weg hin zu einem zukünftigen BOS-eigenen Breitbandnetz aufzeigen soll.

Gremienarbeit – der Wortteil ‚Arbeit‘ verdeutlicht bereits, dass Entscheidungsprozesse in der öffentlichen Verwaltung bisweilen langwierig und undurchsichtig wirken können. Insbesondere der Föderalismus ist, neben allen Vorteilen und Stärken, die er mit sich bringt, bei vielen Vorhaben immer wieder auch eine Herausforderung. 16 Bundesländer und der Bund sitzen regelmäßig gemeinsam mit der BDBOS in diversen Gremien zusammen, um nicht nur den jetzigen, sondern auch den zukünftigen Digitalfunk für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben aktiv zu gestalten. Die Aufgabenstellungen sind dabei so vielfältig wie die teilnehmenden Perso­nen, Länder und deren Institutionen. Doch alle eint der Gedanke an ein gemeinsames nationales Netz, das von jeder BOS in Deutschland gleichberechtigt ­genutzt werden kann.

Bindeglied aller Aktivitäten ist die BDBOS, eine Besonderheit in der deutschen Behördenlandschaft: Als Bund-Länder-Anstalt setzt die Behörde die Bedarfe ihrer Partnerinnen und Partner in Bund und Ländern um und sorgt, gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft ALDB, für einen störungsfreien Betrieb des BOS-Digitalfunknetzes. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit begann 2007 mit der Gründung der BDBOS und mündete im größten TETRA-Funknetz weltweit. Zwei herausragende ­Merkmale dieses Netzes sind seine vielfältigen ­Re­dun­danzmechanismen und die fast vollständige Flächenversorgung über das gesamte Bundesgebiet, erreicht durch jahrelange Optimierungen und Ausbaumaßnahmen. Ob in Gebäuden, in der Luft oder in den entlegensten Ecken des Landes, der Digitalfunk BOS steht verlässlich zur Verfügung.

Aber: Die derzeit eingesetzte TETRA-Technologie für den Digitalfunk BOS ist auf dem Stand der Technik von GSM, der zweiten Generation des standardisierten Mobilfunks. Schwerpunkte sind die schmalbandige Sprachkommunikation und die minimale Datenübertragung. Diese Dienste entsprechen der Zeit, in der im kommerziellen Mobilfunk Kurzmitteilungen (SMS mit 160 Zeichen) noch sehr kostenintensiv waren und Telefongespräche nur selten als Flatrate abgerechnet wurden. Im kommerziellen Bereich ist in der Zwischenzeit die fünfte Mobilfunk-Generation (5G) im Einsatz – im Forschungsumfeld wird bereits aktiv an der sechsten Generation gearbeitet.

Das Beste aus beiden Welten

Eine verlässliche Gruppenkommunikation zwischen den Einsatzkräften der BOS sorgt tagtäglich für den Einsatzerfolg. Die Sprache bleibt daher wichtigster Bestandteil der BOS-Kommunikation. Statusmitteilungen sind Grundlage sowohl für die Organisation als auch die Steuerung der Einsatzkräfte und -mittel. Doch schon heute sind viele Einsatzkräfte neben dem TETRA-Handfunkgerät mit einem persönlichen Smartphone ausgerüstet. Dabei nutzt das Smartphone den Zugang zu kommerziellen Funknetzen und bietet mit diversen Applikationen einen breiten Funktionsumfang, der auch aus der privaten Nutzung bekannt ist und geschätzt wird. Die Herausforderung besteht darin, die Vorteile der beiden Technologien, TETRA und Breitband, zu verbinden und den BOS-Nutzern insbesondere im Krisenfall eine verlässliche und moderne Funkkommunikation bereitzustellen.

Zielbilder als Orientierungspunkte

Das langfristige Ziel ist die Ablösung des aktuellen TETRA-basierten Digitalfunks durch eine Netzarchitektur auf Basis moderner Mobilfunkgenerationen. Eine gemeinsame Strategie-Arbeitsgruppe von Bund und Ländern hatte dazu bereits in der Vergangenheit ein Phasenmodell entwickelt, das den Wechsel auf die Nachfolgetechnologie bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der gewohnten Kommunikationsfähigkeiten sicherstellen soll. Das Phasenmodell wurde nun in eine zeitliche Abfolge von konkreten strategischen Schritten heruntergebrochen, die sich in einzelnen Zielbildern widerspiegeln. Jedes Zielbild stellt einen definierten Zwischenstand dar, der zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden soll. Diese Zielbilder dienen als Orientierungspunkte und zeigen die wichtigsten Optimierungsdimensionen auf, die für den jeweiligen Zeitabschnitt priorisiert werden.

Die Storyline Breitband BOS, wie in der grafischen Darstellung abgebildet, fasst die Aktivitäten von BDBOS, Bund und Ländern transparent und verständlich zusammen. Die Grundlage bildet der Wissensaufbau: Expertinnen und Experten werden befragt, der Markt sondiert und Anforderungen gesammelt. Zwar decken Mobilfunkstandards viele Bedürfnisse der BOS bereits ab, doch ­spezielle Anforderungen wie etwa garantierte, priorisierte und ggf. sogar verdrängende Gruppenkommunikation waren für kommerzielle Netzbetreiber bisher kein Geschäftsfeld.

Zielbild: Einheitliche Kommunikationsplattform
Das erste Ziel ist die Realisierung einer einheitlichen Kommunikationsplattform. Die Essenz des aktuellen Digitalfunks BOS ist die einheitliche ­Kommunikation zwischen allen BOS-Teilnehmern unab­hängig vom Endgerät. Dazu muss im breitbandigen Netz der Zugang über verschiedene Netze möglich sein und die BOS müssen plattformunabhängig kommunizieren können.

In der Übergangzeit bis zur endgültigen Abschaltung des TETRA-Digitalfunks bedarf es zusätzlich einer Verbindung zwischen den beiden Technologiewelten TETRA und Breitband, respektive 5G. Es sollen gemeinsame Gruppenrufe möglich sein, sodass Einsatzkräfte unabhängig vom Endgerät mithören und sprechen können. Dabei ist die Verbindung von unterschiedlichen Netzen ein Novum für den Digitalfunk BOS. Bisher ist der Digitalfunk BOS ein exklusives und in sich geschlossenes Netz. Nun müssen Schnittstellen nach außen geöffnet werden mit all ihren Herausforderungen, ohne die elementaren Sicherheitsaspekte wie Vertraulichkeit und Verlässlichkeit zu gefährden.

Zielbild: Verfügbarkeit

Neben der einheitlichen Kommuni­ka­tions­plattform ist der verfügbare Netzzugang ein wichtiger Baustein. Die örtliche Verfügbarkeit des Digitalfunks BOS ist herausragend – kein kommerzielles Netz kann hier bisher mithalten. Daher ist eine Nutzung aller verfügbaren Zugangsnetze notwendig, damit auch in Gebäuden, in der Luft und in der entlegensten Ecke der Bundesrepublik Deutschland Einsätze über Breitband durchgeführt werden können.

Zielbild: Priorisierung

Mit der Etablierung einer Kommunika­tionsplattform und ausreichender Netzverfügbarkeit kommt die Herausforderung der Mangelverwaltung. Die Nutzung aller verfügbaren Netze bedeutet auch das Teilen von Ressourcen mit anderen, insbesondere kommerziellen, Nutzern. Ein gutes Beispiel sind Sportveranstaltungen im Stadion. Die hohe Anzahl an Nutzern im Netz, die gleichzeitig aktiv sind, kann zu einer ­Konkurrenz um Funkressourcen führen. Damit die Kommunikation der Einsatz­kräfte auch in solchen Fällen sichergestellt ist, werden Prioritätsmechanismen benötigt. Wie das Blaulicht auf der Straße muss die BOS-Kommunikation auch im Netz Vorrang haben.

Zielbild: Digitale Souveränität / Resilienz

Die bundesweite, organisationsübergreifende und im Netz bevorrechtigte Kommunikation ermöglicht den BOS, ihre hoheitlichen Pflichten auszuüben. Derzeit müssen sich die Einsatzkräfte bei der breitbandigen Kommunikation über den kommerziellen Mobilfunk jedoch auf die Netzinfrastruktur Dritter verlassen. Diese ist zumeist auf dem Prinzip „Best Effort“ ausgelegt. Für Privatpersonen mag das gehen – ist der Zugang zum Mobilfunknetz hier gestört, erzeugt das zwar eine gewisse Unzufriedenheit, jedoch in der Regel keine Gefährdung für sich und andere. Für Einsatzkräfte der BOS muss das Netz zu jeder Zeit verlässlich verfügbar sein. Ein Stromausfall, Cyberangriffe oder andere Krisen dürfen die Funkkommunikation der BOS nicht einschränken. Um die dafür notwendige Souveränität und Resilienz zu erreichen, gibt es vielfältige Ansätze, die immer auch einen Kompromiss zwischen Aufwand und Nutzen darstellen. Eigene Netze ­ermöglichen den besten Zugriff und die eigene Hoheit über die Netzinfrastruktur, sind jedoch zumeist sehr kostenintensiv und benötigen u. a. spezialisiertes Personal für ihren Betrieb. Netzinfrastrukturen Dritter bieten Flexibilität und Kosteneinsparungen, die begrenzte Transparenz und der begrenzte Zugriff können jedoch zu einem ungewissen Risiko werden.

Zielbild: Ablösung TETRA

Die Ablösung des TETRA-basierten Funks kann umgesetzt werden, wenn die Bedarfe der BOS im zukünftigen Netz ausreichend erfüllt sind. Auf dem Weg zum Digitalfunk der nächsten Generation sichert der jetzige Digitalfunk BOS weiterhin die Kommunikation der Einsatzkräfte aller BOS in der Bundesrepublik Deutschland – hochverfügbar und krisensicher.

Quelle und Foto: bdbos - bund


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