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BOS-Kommunikation der Zukunft

#1 von Detlef Wipperfürth , 25.01.2026 19:24

BOS-Kommunikation der Zukunft

Mit dem Programm Breitband auf dem Weg zum Digitalfunk der nächsten Generation
Das Programm Breitband fasst unter der Leitung von Thomas Scholle, Abteilungsleiter S – Strategie/Steuerung, die Aktivitäten der BDBOS auf dem Weg zu einem hochverfügbaren, breitbandigen Mobilfunk für die BOS zusammen: Den Anfang machen die Projekte KoMeT und MCx-System sowie das Projekt KoPa_45, über das bereits mehrfach im Wellenreiter berichtet wurde.

Bündelung der Breitband-­Aktivitäten in der BDBOS

Zur Umsetzung der gemein­sam mit Bund und Ländern vereinbarten Breitband­stra­te­gie hat die BDBOS 2025 das Programm Breitband eingerichtet. Dieses bildet einen Rahmen für alle Aktivitäten der BDBOS, um eine hochverfügbare, bundesweit einheitliche, eigen­beherrschte, sichere und nachhal­tige breitbandige mobile Datenver­bindung für die BOS zu schaffen sowie zentrale BOS-übergreifende Breitbanddienste für alle BOS und die Bundeswehr bereitzustellen. Dabei werden aktuelle Bedingungen und absehbare zukünftige Entwicklungen und Bedarfe der Nutzerinnen und Nutzer einbezogen.

Programmleiter Thomas Scholle und sein Programmstab koordinieren die Aktivitäten des Programms. Sie verantworten die übergeordnete Planung, ­Organisation und Steuerung aller angebundenen Projekte, Maßnahmen und Aufgaben und treffen operative Entscheidungen. Sachverwandte Linientätigkeiten, wie die internationale Standardisierung, die Strategieentwicklung oder die Sicherung eines geeigneten Frequenzspektrums, finden im engen Schulterschluss mit dem Programm, nicht aber als dessen Bestandteil statt. Durch die übergreifende Sichtweise auf Programmebene können gegenseitige Abhängigkeiten und Synergieeffekte leichter berücksichtigt und die Beiträge zur Erreichung der Programmziele koordiniert werden.

Von KoPa_45 und Breitband Phase 0-1 …

Die BDBOS setzt sich schon deutlich länger mit Breitbandthemen auseinander. Einerseits arbeiten die zuständigen Bereiche seit Jahren an der internationalen Standardisierung einsatzkritischer Breitbanddienste und suchen den Austausch mit internationalen Betreiberinnen einsatzkritischer Netze, die in der Migration zu Breitband bereits weiter vorange­schritten sind. Andererseits setzte die BDBOS mit den Einzelprojekten Breitband Phase 0-1 und KoPa_45 bereits 2021 und 2022 Projekte zur Vorbereitung der hiesigen Breitband-Migration auf. Das Projekt Breitband Phase 0-1 strebte die bundesweite Vereinheitlichung der Vertragslandschaft für breitbandigen Mobilfunk und die Beschaffung eigenbeherrschter Kernnetzkomponenten unter Verwendung kommerzieller Mobilfunknetze an. Obwohl das Projekt aufgrund der damals schwierigen Haushaltssituation nicht vollendet werden konnte, lieferte es wertvolle Erkenntnisse und Vorarbeiten für die heutigen Breitbandaktivitäten. Das 2021 aufgesetzte Förderprojekt KoPa_45 unterstützt die Entwicklung von Lösungen für die einsatzkritische Mobilkommunikation und schafft so ein Ökosystem aus Forschung, Industrie und Anwendenden. Hierfür organisiert das Projekt regelmäßige Veranstaltungen zur Stärkung des Netzwerks aller Beteiligten und der Verbreitung der Ergebnisse. Dazu zählen große Präsenzveranstaltungen, Messebeteiligungen sowie eine virtuelle Roadshow. Einige der geförderten Projekte werden zudem im Wellenreiter vorgestellt. Das Projekt flankiert alle sonstigen Breitbandaktivitäten der BDBOS und liefert strategische Optionen und Partnerschaften.

zu KoMeT und MCx-System

Das Programm Breitband umfasst aktuell zwei weitere Projekte, die auf die Umsetzung der gemeinsamen Breitbandstrategie von Bund und Ländern abzielen – die Projekte KoMeT und MCx-System. Zielbild des Projekts KoMeT ist die Ausschreibung und der Vertragsschluss für folgende Punkte:

Errichtung des ‚Minimalen BOS-Kernnetzes‘, welches Datendienste und Sprachdienste analog der heutigen Rahmenverträge für (dezentral administrierte) BOS-Teilnehmende und die Nutzung der Mobilfunknetze mehrerer kommerzieller Mobilfunkanbieter (Mobile Network Operators, MNO) ermöglicht

eine vertraglich abgestützte Nutzung der Netzressourcen mehrerer MNO durch Roaming zwischen MNO und BOS-Kernnetz (ohne Priorisierung)

Verteilung von BOS-eSIM und die Administration der Teilnehmenden und der Dienste durch die Autorisierten Stellen

Das Projekt ist in zwei zentrale, aufei­nan­der folgende Phasen unterteilt: die Vergabevorbereitung und die Durchführung der Vergabe. Im ersten Schritt soll die grundlegende Befähigung für eine Vergabe erreicht werden. Der Start der zweiten Projektphase (Durchführung der Vergabe) kann erst dann ­erfolgen, wenn der Vergabegegenstand, die Finan­zierungsmethodik und die relevanten Rechtsfragen abschließend geklärt sind.

Das Projekt MCx-System hingegen versetzt die BDBOS in die Lage, 3GPP-konforme MCx-Dienste für Bund und Länder bereitzustellen. Aufbauend auf den Ergebnissen des Projektes KoMeT ­werden Komponenten eines MCx-Systems beschafft, um zukünftig einsatzkritische Kommunikation und Datendienste über priorisierte und hochverfügbare, breitbandige Verbindungen zur Verfügung zu stellen. Um den Übergang von TETRA auf Breitband zu unterstützen und frühzeitig einen Mehrwert für die Anwenderinnen und Anwender zu schaffen, prüft das Projekt ein stufenweises Vorgehen. Dabei sollen zunächst TETRA-Dienste über Breitbandendgeräte zur Verfügung gestellt und anschließend sowohl MCx-Funktionen hinzugefügt als auch der Nutzerkreis ausgebaut werden. Das Projekt MCx-System befindet sich derzeit in der Feinplanungsphase und nutzt hier eine Marktsondierung zur Festlegung des Vorgehensmodells sowie des konzeptionellen Zielbilds.

Was sind MCx?

Als Mission Critical Services, kurz MCx, werden standardisierte einsatzkritische ­Dienste in Mobilfunknetzen der LTE- und 5G-Standards bezeichnet. Sie ­beinhalten einen Sprachdienst (Mission Critical Push-to-Talk, MCPTT), einen Videodienst (Mission ­Critical Video, ­MCVideo) und einen Datendienst für den Transport diverser Daten verschiedener Quellen (MCData). Besonderer Mehrwert der MCx ist die explizite Ausrichtung auf den BOS-Einsatz: Insbesondere der Sprachdienst orientiert sich in seiner Handhabe stark an den schmalbandigen Digitalfunkstandards wie bspw. TETRA und wird sich für die Einsatzkräfte vertraut anfühlen. Zudem bringen standardisierte MCx die Möglichkeit, alle oder einzelne Dienste dezidiert und flexibel gegenüber anderem Verkehr im angeschlossenen Mobilfunknetz zu bevorrechtigen. Die Standardisierung, welche wie LTE und 5G durch das 3rd Generation ­Partnership Pr­o­gram (3GPP) – einem Zusammenschluss internationaler Standardisierungs­gremien für ­Mobilfunktechnologien – erfolgt, dauert nach wie vor an und be­trach­tet zusätzliche Funk­tionen und Zugangsmöglichkeiten zu diesen Diensten. Die BDBOS ­beteiligt sich mit ihrem Referat K 3 – ­Dienstekonzeption aktiv an der Standardisierung.

Mannigfaltige Herausforderungen für das Programm

Parallel zu den operativen Koordinationstätigkeiten für die drei aktuellen Einzelprojekte legt das Programm Breitband wichtige Grundsteine für die zukünftige Entwicklung der Breitbandaktivitäten:
Das Programm erstellt gemeinsam mit dem Referat S 1 – Digitalfunkstrategie und der AG Gesamtarchitektur (GSA) eine Programmlandkarte, die als Darstellung aktueller und zukünftiger Umsetzungsaspekte des Programms Breitband dient und eine Basis für die Programmaktivitäten bildet. Zusätzlich wird eine Roadmap für den zeitlichen Verlauf des Programms erstellt. Gleichzeitig betrachtet eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung den finanziellen Rahmen für die Breitbandaktivitäten und sucht die wirtschaftlichste Umsetzungsalternative. Darüber hinaus wird ein übergreifendes Wissensmanagement erarbeitet, um Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für alle Aktivitäten nutzbar und auch zukünf­tig zugänglich zu machen

Das Forum Breitband als Katalysator für den Austausch zwischen BOS und Industrie

Wesentlich für den Programmerfolg ist unter anderem die direkte Kommunikation mit Bedarfsträgern und Lösungsanbietern. Hierzu veranstaltet das Pro­gramm Breitband für die interessierte Fachöffentlichkeit das Forum Breitband. Dieses fördert den Austausch zwischen Bund und Ländern, relevanten Industrievertretern sowie der BDBOS zur Weiterentwicklung des Digitalfunks BOS hin zu Breitband.

Die gelungene Auftaktveranstaltung des Forums fand am 3. April 2025 im Rahmen der GPEC® digital in Leipzig statt. Hier wurde das Forum Breitband als Plattform für den kontinuierlichen Austausch mit den genannten Gruppen vorgestellt. In seinem Einführungsvortrag stellte Programmleiter Thomas Scholle die aktuellen Projekte und Aktivitäten der BDBOS zum Thema Breitband als ‚Digitalfunk der nächsten Generation‘ vor und ging dabei auch auf das initiale BOS-Kernnetz und die ersten Entwicklungsschritte für BOS-Kernnetzstandorte ein. In sechs folgenden Vorträgen stellten MNOs (Vodafone und Telefónica) und Hersteller (Ericsson, Airbus, Nokia und FREQUENTIS) ihre Ideen und Lösungsansätze in den Bereichen ‚Minimales BOS-Kernnetz‘ und MCx-Server vor.

Das zweite Forum Breitband fand am 27. August 2025 in den BDBOS-Räumlichkeiten am Fehrbelliner Platz statt. Hier lag der Schwerpunkt auf dem Thema ‚Mission Critical Services (MCx)‘ als wesentlicher Umsetzungsschritt für den Digitalfunk der nächsten Generation. Über 70 Teilnehmende erhielten einen kurzweiligen Einblick in aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen der Industrie zu standardkonformen einsatzkritischen Diensten und der Infrastruktur zu ihrer Bereitstellung. Die Vorträge wurden eingeleitet durch den Einführungsvortrag von Programmleiter Thomas Scholle über die Aktivitäten der BDBOS zur Gestaltung der Zukunft des Digitalfunks BOS, insbesondere zum derzeitigen Stand des Aufbaus und der Tätigkeiten des Programms Breitband. Zudem wurden die aktuellen Inhalte und ­Planungen des Projekts MCx-System durch den Projektleiter Roman Kreibich vorgestellt. Wie bereits beim ersten Forum entstan­den im Anschluss an die Vorträge der BDBOS und der verschiedenen Industrievertreter fruchtbare Diskussionen.

Das dritte Forum Breitband wird im Rahmen der Fachmesse PMRExpo am 27. November in Köln stattfinden.

Quelle und Foto: bdbosBund


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