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Osmocom TETRA

#1 von Detlef Wipperfürth , 14.01.2012 11:32

TETRA-Digitalfunk: "Hörbarmachen" leicht(er) gemacht...

Der Programmierer Harald Welte hat auf der Berliner Hackerkonferenz "ph-neutral" im Mai dieses Jahres eine Software namens "Osmocom TETRA" vorgestellt, mit der es möglich ist, nicht verschlüsselte TETRA-Aussendungen zu rekonstruieren und damit wieder "hörbar" zu machen. Dies berichten die Online-Dienste "heise Security", "golem.de" und "rettungsdienst.de".

Auf TETRA-Basis arbeiten sowohl der neue, im Aufbau begriffene digitalen BOS-Funk als auch viele Betriebsfunk-Systeme von Verkehrsbetrieben, Stadtwerken und Privatfirmen. Während im BOS-Funk-Bereich die TETRA-Aussendungen in der Regel zusätzlich verschlüsselt sind und eine Authentifizierung erforderlich ist, verzichten Betriebsfunk-Anwender aus Kostengründen häufig auf diese Sicherheitsmerkmale.

Die von Harald Welte vorgestellte Software ist "Open Source" und damit quelloffen und für jedermann zugänglich. Ein "Mithören" von TETRA-Aussendungen in Echtzeit damit zwar nicht möglich; zusammen mit geeigneter Hardware können jedoch einzelne Gespräche aus einem aufgezeichneten TETRA-Datenstrom extrahiert und hörbar gemacht werden. Dem Bericht auf "heise Security" zufolge nutzen bereits Technikfreaks in Berlin dieses Verfahren, um den Funkverkehr von Zugführern der Berliner U-Bahn mit ihrer Leitstelle zu rekonstruieren.

Das in Deutschland geltende "Abhörverbot" besagt, dass mit einer Funkanlage nur solche Nachrichten abgehört werden dürfen, die "für den Betreiber der Funkanlage, Funkamateure (...), die Allgemeinheit oder einen unbestimmten Personenkreis" bestimmt sind. Der Inhalt anderer Nachrichten sowie "die Tatsache ihres Empfangs dürfen (...) anderen nicht mitgeteilt werden" (§ 89 TKG). Zuwiderhandlungen stellen eine Straftat dar und können "mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe" bestraft werden (§ 148 TKG).

Entscheidungen von Gerichten, bei denen es die Aufzeichnung und nachträgliche "Hörbarmachung" von nicht verschlüsselten TETRA-Aussendungen ging, sind uns nicht bekannt.


Derzeit läuft das Dekodieren der aufgefangenen Funksignale noch im mehreren Schritten. Ein Wireshark-Modul spuckt am Ende dann Audio-Dateien aus.
s. Foto


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zuletzt bearbeitet 14.01.2012 | Top

RE: Osmocom TETRA

#2 von Detlef Wipperfürth , 14.01.2012 11:38

Auf der letzten Ausgabe der Hacker-Konferenz PH-Neutral präsentierte der ausgezeichnete Open-Source-Hacker Harald Welte nicht nur die Grundlagen des Terrestrial Trunked Radio, kurz TETRA. Er zauberte auch Open Source Software aus dem Hut, mit der man den Digitalfunk empfangen, aufzeichnen und dekodieren kann.

Im Prinzip funktioniert TETRA sehr ähnlich wie der Mobilfunkstandard GSM für Handys; es unterscheidet sich allerdings dann doch so weit, dass man existierende Soft- und Hardware nicht sinnvoll wiederverwenden kann. TETRA soll in Europa eine gemeinsame Basis für den Digitalfunk von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei aber auch für die Versorgung von Verkehrsflughäfen, Energieversorgungsunternehmen bis hin zu großen Verkehrsbetrieben werden.

So enthält der Standard eine ganze Reihe von Sicherheitsfunktionen wie Verschlüsselung, Authentifizierung und so weiter, die in diesem Umfeld eigentlich zwingend erforderlich sind. Sie haben allerdings alle auch einen gemeinsamen Haken: Sie sind im Standard nur als "optional" ausgezeichnet. Und weil die Implementierung Geld kostet, verschlüsseln zwar staatliche Behörden wie die Polizei ihren Funkverkehr; fast alle privatwirtschaftlich genutzten Funknetze verzichten jedoch auf die teuren Sicherheitserweiterungen und funken mit billigeren Geräten und einfacherer Infrastruktur im Klartext.

Mit einem kleinen USB-Empfänger wie dem Funcube Dongle, der sich ans Notebook anstecken lässt und Software, wie dem von Welte vorgestellten OsmocomTETRA könnte somit jedermann TETRA-Funk von Energiesversorgern oder Verkehrsbetrieben empfangen und mithören. Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass Unbekannte diese Tatsache auch bereits genutzt haben, um versuchsweise etwa Unterhaltungen von Zugführern der Berliner Verkehrsbetriebe BVG mit ihren Leitstellen mitzuschneiden und daraus wieder Audio-Dateien zu erstellen, die sich an jedem PC abspielen lassen.

Auch wenn sich das Mithören in fremden TETRA-Netzen nicht zum Volkssport eignet – Gerichte könnten das durchaus als strafbare Handlung interpretieren – hofft Welte, dass sich jetzt insbesondere mehr Sicherheitsexperten mit den neuen Protokollen beschäftigen. "Es gibt viel zu viele IT-Security-Leute, die sich immer wieder mit TCP/IP-Security befassen, wo es doch deutlich mehr Kommunikationssysteme gibt", erklärt er gegenüber heise Security. Konsequenterweise hat Harald Welte in den letzten Jahren Security-Werkzeuge für RFID (openpcd.org), DECT (deDECTed.org) und GSM (OpenBSC, OSmocomBB) entwickelt. OsmocomTETRA fügt sich nahtlos in diese Reihe ein.


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RE: Osmocom TETRA

#3 von Gast , 18.06.2014 10:17

test


RE: Osmocom TETRA

#4 von Gast , 18.06.2014 10:20

aha das geht. ja tetra kann ich auch dekodieren und hörbarmachen, aber wenn die sache verschlüsselt ist, wird die sache unmöglich. bisher habe ich noch keinen BOS-funk unverschlüsselt mitbekommen. selbst feuerwehr bzw krankenfahrzeuge.
zugfunk aus ludwigshafen geht einwandfrei.


   


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