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Landkreis Rotenburg: Kein Pappenstiel“ Feuerschutzausschuss beriet über Digitalfunk

Landkreis Rotenburg: Kein Pappenstiel“ Feuerschutzausschuss beriet über Digitalfunk

#1 von Detlef Wipperfürth , 30.05.2013 01:47

Kein Pappenstiel“ Feuerschutzausschuss beriet über Digitalfunk:

Landkreis Rotenburg. 2007 wurde die Einführung des digitalen Funknetzes für Polizei und Feuerwehr beschlossen, 2010 sollte alles fertig sein – ein ehrgeiziges Ziel der Innenministerkonferenz, wie Enno Backhausen von der Rotenburger Kreisverwaltung jetzt während des Feuerschutzausschusses erklärte. Nun steht die Einführung des digitalen Funks für die Feuerwehren kurz bevor – zumindest im Südkreis. Bundesweit seien drei Viertel aller Sender aufgebaut, im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg, zu der der Landkreis Rotenburg zählt, stehen alle Basisstationen. Es kann also losgehen.

Im Januar wurde eine Arbeitsgemeinschaft aus Vertretern der Kreisverwaltung und den Brandmeistern gebildet, die die Umrüstung auf Digitalfunk organisieren soll. Backhausen berichtete, dass kreisweit 370 Fahrzeuge mit dem modernen Funk ausgestattet werden müssen, außerdem werden 120 Handfunkgeräte angeschafft. Funkgeräte für die Fahrzeuge kosten pro Stück 1.000 Euro, hinzu komme der gleiche Betrag für den Einbau. Handfunkgeräte schlagen mit jeweils 500 Euro zu Buche. Es entstehen also Kosten von 800.000 Euro. „Das ist kein Pappenstiel“, so Backhausen. Diese Kosten müssen von den Gemeinden getragen werden.

Der Ordnungsamtsleiter stellte den weiteren Zeitplan vor. Demnach werden bis Ende Oktober die Leitstellen entsprechend ausgerüstet, in der zweiten Jahreshälfte findet die Landesausschreibung für die Funkgeräteanschaffung statt und zum 1. Januar kommenden Jahres werden die Funkrufnamen umgestellt. Anfang April 2014 beginnt die Umrüstung der Feuerwehrfahrzeuge – zunächst bei den Wehren im Südkreis. 2015 folgen die Fahrzeuge im Bereich Zeven und 2016 schließlich im Bereich Bremervörde.

„Dieser lange Zeitraum kommt zustande, weil pro Fahrzeugumrüstung ein Arbeitstag gerechnet wird. Außerdem macht die Umrüstung nur gemeindeweise Sinn, nicht dass in einer Wehr ein Fahrzeug analog funkt und das nächste digital“, so Backhausen. Er erklärte, dass technisch keine Möglichkeit bestehe, von Analog- auf Digitalgeräte zu funken. „Daher haben wir beschlossen, dass die Einsatzleitfahrzeuge zunächst auch ihr analoges Funkgerät behalten, damit sich die Feuerwehren untereinander in jedem Fall verständigen können“, sagte Backhausen.

Alternativlos war nach diesem Sachstandsbericht der Abschluss einer Verwaltungsvereinbarung mit dem Land Niedersachsen über die Teilnahme am Digitalfunk. Wer daran nämlich nicht teilnimmt, der kann bald nicht mehr funken. Entsprechend empfahlen die Politiker die Vereinbarung zu unterzeichnen.

Backhausen erklärte, Land und Bund hätten das digitale Funknetz aufgebaut. 30 Prozent der Betriebskosten werden auf die Landkreise umgelegt – für Rotenburg seien dies jährlich 125.000 Euro.

Kritisch wurde bemerkt, dass der Digitalfunk im Gegensatz zum analogen nicht in allen Gebäuden funktionieren wird und dass es laut aktuellem Stand weiße Flecken im Bereich Fintel und Rade geben werde. „Die Polizei nutzt den Digitalfunk bereits und hat kaum Ecken gefunden, in denen er nicht funktioniert. Das stimmt uns zuversichtlich“, so Backhausen, was WFB-Politiker Bernd Petersen, selbst Polizist, bestätigte.

Dezernentin Heike von Ostrowski wandte ein, dass es keine Alternative zum Digitalfunk gebe und gab zu bedenken: „Wenn wir frühzeitig beitreten, dann bekommen wir die Betriebskosten im ersten Jahr erstattet.“

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Über die Vorteile des Digitalfunks

Beim Digitalfunk wird die Nachricht in Einsen und Nullen übertragen. Die Sprache hingegen ist analog; entsprechende Signale müssen daher zuerst beim Sender in die digitale Form umgewandelt (kodiert) und beim Empfänger in das Original zurückverwandelt (dekodiert) werden. Um ein Wort zu sprechen, wird eine bestimmt Zeit benötigt. Um dasselbe Wort digital zu übertragen, ist lediglich ein Viertel dieser Zeit erforderlich, denn Einsen und Nullen können sehr komprimiert übertragen werden. Somit bleiben Dreiviertel der Zeit auf einem Funkkanal für die Übertragung anderer Gespräche oder Daten – ein enormer Vorteil vor dem Hintergrund knapper und teurer Frequenzen.

So kann gezielt mit einzelnen Teilnehmern ein Funkgespräch geführt werden, ohne dass dieses von anderen Teilnehmern mitgehört werden kann, da jedes digitale Gerät über eine individuelle Adresse verfügt. Neben der Kommunikation innerhalb einer statischen Teilnehmergruppe ist es möglich, im Bedarfsfall (etwa bei einer Großschadenslage Teilnehmer verschiedener Gruppen) auch Behördenübergreifend und großräumig zusammenzuschalten.

Weitere Pluspunkte: Die Funkkanäle sind nur dann belegt, wenn sie tatsächlich genutzt werden. Außerdem bietet der Digitalfunk eine deutlich verbesserte Sprach- und Empfangsqualität und ermöglicht einen Zugriff auf Datenbanken der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und die Übertragung von Daten (Bildern und Texten), zum Beispiel für Fahndungsabfragen.

Auch sind mit einem digitalen Funkgerät Gespräche aus dem Funknetz in das öffentliche Telefonnetz möglich. Ferner sind alle digitalen Funkgeräte mit einer Notruftaste ausgestattet. Durch deren Drücken wird eine Sprechverbindung mit Vorrang vor allen anderen Teilnehmern aufgebaut. Auf diese Weise können Meldungen sofort an die Leitstelle oder weitere Notrufziele weitergeleitet werden. Verfügen die Funkgeräte zusätzlich über einen GPS-Empfänger, kann der Hilfesuchende seine genaue Position übermitteln.

Quelle: http://www.rotenburger-rundschau.de/reda...p?dataid=101636


DWHOSZ
http://www.funkfrequenzen01.de/

 
Detlef Wipperfürth
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zuletzt bearbeitet 30.05.2013 | Top

   

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