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NW: Zeit des Rauschens ist bald vorbei

#1 von Detlef Wipperfürth , 08.08.2013 10:23

Nordrhein-Westfalen Regierungsbezirk Köln: Bergisch Gladbach

Zeit des Rauschens ist bald vorbei



Seit einigen Wochen testet die Kreispolizei den Digitalfunk. Denn der Analogfunk ist für viele Beamte ein Ärgernis. Er ist leicht von Dritten abhörbar. Für den Digitalfunk wurden neue Funkzellen eingerichtet. Bergisch Gladbach.

Der Trend geht zu klein, leicht, handlich und abhörsicher. Nicht nur bei Mobiltelefonen, sondern auch bei den Funkgeräten der Polizei. Viel Rauschen, schlechte Akkus und klobige Geräte: Der aus den 1960er Jahren stammende Analogfunk, mit dem nicht nur die Kreispolizei auch im 21. Jahrhundert noch arbeiten muss, ist für viele Beamte ein Ärgernis. Abhilfe schaffen soll der Digitalfunk, den die Kreispolizei seit einigen Wochen testet.

Den analogen Funk konnte man früher sogar mit einem Radio empfangen. Auch nachdem diese Schwachstelle behoben wurde, war der analoge Funk mit Spezialgeräten immer noch leicht von Dritten abhörbar. „Der Digitalfunk hingegen ist verschlüsselt und bietet eine hohe Abhörsicherheit“, erklärt Michael Stefer von der Kreispolizei den größten Vorteil der neuen Technik. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Kreispolizei bei sensiblen Straftaten in der Vergangenheit lieber mit ihren Handys kommunizierte, anstatt die alte Technik zu benutzen.

Um eine reibungslose Kommunikation im digitalen Funk zu gewährleisten, mussten mehr als zehn neue Funkzellen im Rheinisch-Bergischen Kreis eingerichtet werden. Vor wenigen Tagen probten rund 50 Mitarbeiter der Kreispolizei den Ernstfall und prüften den neuen Funk auf Herz und Nieren. Stefer, Spezialist für Polizeifunk und Leitstellentechnik bei der Polizei: „Der Test ist gut verlaufen. In allen Bereichen haben die neuen Geräte gut abgeschnitten und einwandfrei funktioniert.“

Mit dem Großtest ist die Probephase der Kreispolizei allerdings noch nicht abgeschlossen. Im erweiterten Probebetrieb sollen über sechs Monate alle vom Zulieferer der Technik zugesicherten Funktionen überprüft werden. Zu diesem Zweck ist jeder Streifenwagen mit drei Digitalgeräten ausgerüstet: Zwei sind tragbar, eines fest eingebaut. Aktuell wird auch die Technik in der Leitstelle der Polizei auf den neuesten Stand gebracht.

Der bisherige Parallelbetrieb von Analog- und Digitaltechnik scheint den Polizisten die Vorteile des Digitalfunks deutlich gemacht zu haben. Stefer: „Die Aussagen meiner Kollegen mehren sich, dass es ohne nicht mehr geht.“ Einziger Kritikpunkt an den neuen Geräten: Individuelle Eigenarten einer Stimme gehen im Digitalfunk etwas verloren – der Angerufene erkennt also nicht unbedingt an der Stimme, wer ihn gerade anfunkt. Wann die endgültige Umstellung auf den Digitalfunk erfolgt, weiß Stefer nicht. Sicher ist der Funkexperte der Kreispolizei allerdings, was die Abhörsicherheit der neuen Funktechnik betrifft: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Echtzeitverschlüsselung geknackt werden kann.“ Traut man den Versprechungen des Landesinnenministeriums, wird in der ersten Jahreshälfte 2014 auf flächendeckenden Digitalfunk umgeschaltet. Ob dieser Termin gehalten werden kann, darüber herrscht vielerorts noch Skepsis. Bis heute sind alle Terminankündigungen zur Einführung der neuen Technik geplatzt. Bereits im Jahr 1990 hatten Bund und Länder mit dem Schengener Abkommen den digitalen Polizeifunk zugesichert.

Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 sollte es dann endgültig soweit sein – flächendeckende und digitale Kommunikation innerhalb der Polizei. Daraus wurde nichts. Im Jahresabstand wurden anschließend immer wieder neue Termine genannt. Nur eins scheint bislang sicher: Der analoge Funk läuft bundesweit zumindest bis zum Jahr 2016 weiter – parallel zum Digitalfunk.


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Detlef Wipperfürth
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