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Irritationen nach TV-Sendung über den digitalen Behörden-Funk

Irritationen nach TV-Sendung über den digitalen Behörden-Funk

#1 von Detlef Wipperfürth , 14.10.2008 23:06

News-Meldung vom 15.10.2008 10:06

Ein am gestrigen Dienstagabend ausgestrahlter Bericht des ZDF-Magazins Frontal 21 sorgt für Irritationen. In ihm wurde das im Aufbau begriffene digitale Funksystem für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) als bereits veraltet dargestellt. Während Polizeigewerkschafter Beifall klatschen und neue Mittel fordern, weisen Techniker darauf hin, dass im Bericht unzureichend zwischen dem TETRA-Standard und TEDS als TETRA-Datenfunkerweiterung unterschieden wurde.

Grundlage des Fernsehberichts ist eine Expertise von Torsten Gerpott, Professor für Unternehmens- und Technologieplanung an der Mercator School of Management. Gerpott hatte bereits im Jahr 2003 vor einer verspäteten Einführung des BOS-Funks gewarnt (PDF-Datei) und sich mit seiner Consulting-Firma 2004 für die Einführung von Tetrapol oder GSM-BOS (PDF-Datei) ausgesprochen. Bei der aktuellen Einführung des Polizeifunks kritisiert Gerpott vor allem die Datenübertragungsrate von 3 kBit/s, die von der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) in einer Antwort auf ZDF-Anfragen genannt werden. Diese "veraltete Datenkommunikation" illustriert die Fernsehsendung mit Aufnahmen von jungen Frauen, die über schicke Handys Internet-TV-Sendungen anschauen. Sie würden tausendmal schneller sein, meint Gerpott in der Sendung. Ergänzt wird Gerpotts Expertise durch Stellungnahmen von Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Polizeigwerkschaft, der beklagt, dass "auf Jahre hinaus keine professionelle Polizeiarbeit geleistet werden kann". Auch Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, kommt in dem Bericht zu Wort und spricht von einem "föderalen Flickenteppich mit katastrophalen Auswirkungen."

Die Irritationen zum Fernsehbericht beruhen auf technischen wie inhaltlichen Problemen. Inhaltlich nimmt das ZDF-Magazin eine eingespielte Aussage des Berliner Innenministers Erhart Körting (SPD) als Aufhänger. Dieser hatte zum offiziellen Start des BOS-Funks erklärt, dass auch der Datenfunk den Ansprüchen der Behörden genügt. Damit bezog sich Körting offenbar auf das sogenannte Multislot-Verfahren, bei dem durch Bündelung der Zeitschlitze 28,8 kBit/s erreicht werden können. Technisch ist diese Übertragungsrate freilich unbefriedigend, und das wissen alle Hersteller von Funkgeräten nach dem TETRA-Standard. TEDS, der TETRA Enhanced Data Service, soll hier Abhilfe schaffen und die Datenübertragung mit 50 kBit/s bis 250 kBit/s ermöglichen. Während das Funknetz mit einem Software-Update umgerüstet werden kann, sind allerdings andere Endgeräte erforderlich. Dies bewegte den Berliner FDP-Abgeordneten Björn Jotzo, der bereits vor einem Jahr die Leistungsfähigkeit der Datenübertragung bezweifelte. Jotzo ist auch der Kronzeuge im TV-Bericht von Frontal 21, der die Expertise des Management-Professors ergänzt.

Tatsächlich arbeiten die Sicherheitsbehörden, das machte der TETRA World Congress in Hongkong deutlich, an einer Vielzahl von Lösungen, etwa einer Koppelung von TETRA und WiMax oder TETRA und UMTS/GPRS. Erklärtes Ziel beim Datenfunk ist es dabei, zumindest in städtischen Bereichen die "intelligente Videoanlyse" (Live-Video) bis auf die Ebene der Einsatzfahrzeuge zu bringen. Ungeachtet dieser Entwicklung ist der gebündelte Datenfunk für die Fahndung und Überprüfung mit Standbildern oder Passbildern ausreichend schnell, versichert die BDBOS in ihrer erwähnten Antwort auf die Fragen des ZDF.


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http://www.funkfrequenzen01.de/

 
Detlef Wipperfürth
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