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Sachsen-Anhalt Wernigerode: Letzte Lücke im Digitalfunknetz

Sachsen-Anhalt Wernigerode: Letzte Lücke im Digitalfunknetz

#1 von Detlef Wipperfürth , 10.02.2018 02:04

09.02.2018 Sachsen-Anhalt Wernigerode: Letzte Lücke im Digitalfunknetz



Das Digitalfunknetz für die Rettungsdienste hat sich im Harz bewährt. Es gibt aber noch eine Lücke.

Wernigerode l Das jüngste Orkantief „Friederike“. Unfälle und Unglücke. Vermisste Personen, Brände oder gar Anschläge. Und – quasi ganz aktuell – verletzte Wintersportler oder Wanderer im Oberharz. Sollen Sicherheitsbehörden und Rettungsdienste schnell und effizient agieren, sind sie auf ein perfektes Zusammenspiel angewiesen. Ein Dreh- und Angelpunkt ist dabei die funkbasierte Kommunikation. Gut vier Jahre nach Inbetriebnahme des Digitalfunks der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben – so die ganz offizielle Bezeichnung – in Sachsen-Anhalt fällt die Bilanz des Harzer Kreisbrandmeisters Kai-Uwe Lohse fast rundum positiv aus.

„Keine Frage – im Vergleich zu den früheren analogen Funknetzen ist der Digitalfunk ein echter Quantensprung“, so der Verantwortliche der Harzer Feuerwehren, der in Personalunion den Fuhrpark des kreiseigenen Eigenbetriebs Rettungsdienst leitet. Und Lohse würde dem Digitalfunk die maximale Punktzahl geben, gäbe es nicht eine noch bestehende Lücke im System.

Schlecht versorgt

Das südwestlich von Wernigerode gelegene Drängetal – konkret ein Bereich etwa zwei Kilometer hinter Hasserode bis zum Jugendwaldheim Drei Annen – ist bis heute nur unzureichend funktechnisch versorgt. Das Innenministerium spricht von rund vier Kilometern Straßenlänge und dem Umfeld einschließlich der Trasse der Harzer Schmalspurbahn.

Dass es im ansonsten gut erschlossenen Harzkreis diesen Bereich mit lückenhafter Versorgung gibt, bestätigt auch Thomas Kloss vom Technischen Polizeiamt (TPA) in Magdeburg. Das TPA ist für die Ausrüstung der Landespolizei zuständig, Kloss leitet dort die autorisierte Stelle für Digitalfunk. Das Drängetal sei der letzte Problempunkt im Harz. Darüber hinaus sei alles gut, gehe es jetzt bestenfalls noch um Optimierung und Feinjustierung.
Funkmast fehlt

Dass Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und THW im Drängetal in Schwierigkeiten geraten, hat eine Ursache: Der ursprünglich hier geplante Funkmast – die Fachleute sprechen von Basisstation – fehlt bis heute.

Nach Recherchen der Volksstimme scheinen mehrere Gründe ursächlich zu sein. Teile des Areals sind in privater Hand, offenbar liegt dort der ursprüngliche Idealstandort für die Drängetal-Basisstation. Die Suche nach Alternativen scheint aufgrund der topografischen Bedingungen mit Taleinschnitten und abschirmenden Bergen generell schwierig.

Hinzu kommen viele Alt-Bergbau-Flächen und private Grundstücke. All das hat letztlich auch Auswirkungen auf Kabeltrassen und Richtfunkstrecken zu anderen Basisstationen.
Land hält an Plänen fest

Trotzdem hält das Land an den ursprünglichen Plänen fest: Insbesondere mit Blick auf den Tourismus sei geplant, den für das Drängetal vorgesehenen Funk-Versorgungsgrad zu erreichen, um allen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben auch hier den vollen Leistungsumfang des Digitalfunks zu garantieren, so Danilo Weiser, Sprecher im Innenministerium.

Dabei, so Weiser weiter, sei der Funk-Basispunkt Drängetal zwingend und alternativlos, weil technisch nicht kompensierbar. „Derzeit finden Gespräche mit dem Ziel statt, durch Verhandlungen mit möglichen Eigentümern von geeigneten Flächen die technischen Voraussetzungen sicherzustellen.“

Apropos kompensieren: Auch die Feuerwehr Wernigerode wisse um die Funk-Schwierigkeiten im Drängetal, bestätigt Stadtsprecher Tobias Kascha. Für alle Fälle hätten die Verantwortlichen eine Lösung – eine provisorische Verstärkung der Funksignale mittels Repeater (Verstärker) – parat. Wobei es bei Unglücken und größeren Einsätzen keine Lösung auf Dauer sein kann, zunächst Repeater aufzubauen.

Der Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben kurz erklärt

Die Ursprünge des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben reicht zurück bis in die 1990er-Jahre. In Sachsen-Anhalt beschäftigte sich seit 2009 eine Projektgruppe damit. Laut Technischem Polizeiamt (TPA) lief der erweiterte Probebetrieb 2013 an und ging anschließend in den regulären Betrieb über. Auf den Digitalfunk greifen praktisch alle Behörden und Organisationen zu, die Fahrzeuge mit Sondersignalen nutzen.

Das Digitalfunknetz in Sachsen-Anhalt umfasst laut Innenministerium 156 Standorte. Die Planung im Landkreis Harz sieht die Errichtung von 22 Basisstationen vor. 21 Punkte sind realisiert, der Standort im Drängetal ist nunmehr nach dieser Planung der letzte zu errichtende Punkt im Harz-Kreis.

Geplant und eingekauft wurde nach Angaben des TPA für das Netz im Land ein Versorgungsgrad mit mindestens 96-prozentiger Abdeckung in der Fläche und einer GAN-Norm 0 und 1. GAN steht für Grundanforderung an Netz. Mit 0 und 1 wird die Nutzbarkeit der Funktechnologie mit Fahrzeugfunkgeräten definiert. Daneben gibt es GAN-Normen, die die Nutzung mit Handfunkgeräten beschreiben. So steht GAN-5 beispielsweise für die Nutzbarkeit von Handfunktechnik – am Gürtel hängend in Gebäuden. Nach Angaben des TPA wird die geforderte Ausbaunorm GAN-0 und -1 vielerorts im Land übertroffen.

Quelle: https://www.volksstimme.de/…/rettungsdienst-letzte-luecke-i…


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Detlef Wipperfürth
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