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Nordrhein-Westfalen Lüdenscheid - Blackout: So könnten Lüdenscheider Amateurfunker aushelfen

Nordrhein-Westfalen Lüdenscheid - Blackout: So könnten Lüdenscheider Amateurfunker aushelfen

#1 von Detlef Wipperfürth , 25.01.2023 00:49

Nordrhein-Westfalen Lüdenscheid - Blackout: So könnten Lüdenscheider Amateurfunker aushelfen

Immer mehr Landkreise treten an die lokalen Amateurfunker heran, um mit ihnen über das Szenario eines Blackouts zu sprechen. Denn ihre Expertise könnte in solch einem Fall besonders nützlich sein. In Lüdenscheid ist dies aber bislang noch nicht passiert.

Lüdenscheid – „Natürlich stellen wir uns die Frage: Was können wir im Ernstfall leisten? Wie können wir behilflich sein?“ Mit „Ernstfall“ meint Norbert Patent das in den vergangenen Wochen häufig diskutierte Szenario eines Blackouts. Den Meinerzhagener beschäftigt das Thema speziell in seiner Rolle als Sprecher der Lüdenscheider Ortsgruppe vom Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC). Denn den Amateurfunkern mit ihrer analogen Technik könnte bei einem Stromausfall eine besondere Rolle bei der Kommunikation zukommen.

Nicht umsonst treten immer mehr Städte und Landkreise an die lokalen Amateurfunkergruppen heran, um ihre Expertise einzuholen oder direkt Absprachen für einen realen Blackout zu treffen. So geschehen beispielsweise kürzlich in Gummersbach. „Wir wurden bislang nicht gefragt“, sagt Patent. „Mit den personellen Kapazitäten unserer kleinen Ortsgruppe könnten wir aber ad hoc ohnehin kein flächendeckendes Kommunikationsnetz auf die Beine stellen.“
Denn während die Ortsgruppe vor 25 Jahren noch mehr als 50 Mitglieder umfasste, gehen heute nur noch 13 Personen aktiv diesem Hobby nach. Nichtsdestotrotz könnten die Funkamateure laut dem Gruppensprecher einzelne wichtige Knotenpunkte besetzen und gesicherte Verbindungen im Bereich Lüdenscheid, Attendorn, Meinerzhagen, Olpe, Siegen, Lennestadt und Gummersbach aufbauen.

ERFOLGREICHE PROBE DES ERNSTFALLS

Das bewiesen erst Anfang Dezember rund 40 Funkamateure aus den genannten Städten, die bei einer gemeinsamen Übung das Szenario eines Blackouts erprobten. Normalerweise – bei bestehender Stromversorgung – nutzen Funkamateure für ihre Kontakte in der näheren Umgebung meist Relais, die auf dem Zwei-Meter- oder 70-Zentimeter-Band arbeiten und selbst mit kleinen Handfunkgeräten Kontakte über große Entfernung ermöglichen. Beispiele in der Region finden sich auf dem Kindelsberg, der Nordhelle und dem Unnenberg.

Bei einem Blackout stehen die Relais allerdings ebenso wenig zur Verfügung, wie die Netzstromversorgung. Auf beides verzichteten die Funkamateure vor diesem Hintergrund und versuchten stattdessen, ihre Funkgeräte nur mit Batteriestrom zu betreiben. Dafür sei die Sendeleistung im Zwei-Meter-Band möglichst gering gehalten worden – meist lag sie während der Übung bei fünf Watt. „Aber auch unter diesen Voraussetzungen konnten wir gesicherte Sprechfunkverbindungen untereinander aufbauen und so Informationen austauschen“, erinnert sich Patent, der ebenfalls an der Übung beteiligt war und diese als einen großen Erfolg bezeichnet.

BERATENDE FUNKTION DENKBAR

Vor diesem Hintergrund kann sich Patent auch eine Zusammenarbeit zwischen Amateurfunkern und Kreisverwaltung, Polizei- und Rettungskräften vorstellen: „Mittlerweile kommt fast überall hauptsächlich Digitalfunk zum Einsatz. Und der ist bei einem Blackout nur noch begrenzt nutzbar.“ Anders als der analoge Funk der Funkamateure, welcher auch direkt von Antenne zu Antenne gesendet werden kann und damit keine Infrastruktur voraussetzt, benötigt der Digitalfunk Umsetzer, welche die Signale weiterleiten.

Und diese würden – ähnlich wie die Relais bei der Blackout-Übung – bei einem Stromausfall nicht mehr funktionieren. Patent hält es vor diesem Hintergrund für sinnvoll, wenn in den Leitstellen zumindest eine einfache Ausstattung für den Ultrakurzwellen-Sprechfunk (UKW) bereit stehen würde. „Der Aufwand wäre überschaubar, der Nutzen im Zweifelsfall groß. Eine Antenne bekommt man schon für unter 200 Euro. Wir vom DARC könnten dabei auch beratend zur Seite stehen“, bietet der Ortsgruppen-Sprecher an.

STELLUNGNAHME VOM MÄRKISCHEN KREIS

Auf Anfrage unserer Zeitung bezog Kreis-Sprecherin Ursula Erkens Stellung zu den von Amateurfunker Norbert Patent geäußerten Bedenken und Anregungen in Bezug auf den Einsatz von analoger Funktechnik im Fall eines Blackouts: „Der Fachdienst Brand- und Bevölkerungsschutz des Märkischen Kreises hat im Rahmen der Vorbereitungen auf eine mögliche Energiemangellage auch Konzepte für die redundante Kommunikation bei Ausfall eines der im Tagesgeschäft genutzten Kommunikationsmittel erstellt.“ Das Konzept sehe eine Vielzahl von Maßnahmen und Einsatzmittel vor, welche die Verbindung von Einsatzleitung, Krisenstab, Kreisleitstelle und den Feuerwehren vor Ort sicherstellen soll. „Der Märkische Kreis und auch die Feuerwehren setzen auf unterschiedliche Technologien wie Analogfunk, Digitalfunk und Satellitentechnik“, erklärt Erkens.

Die Expertise der Amateurfunker beruht dabei nicht nur auf jahrelanger Erfahrung – der heutige Pensionär Patent begann mit 40, dem Hobby nachzugehen – sondern wurde auch von der Bundesnetzagentur überprüft. Denn während der Empfang von Amateurfunksendungen und der Besitz von Amateurfunkgeräten in Deutschland allen gestattet ist, wird für den Betrieb eines Senders eine Lizenz mit personengebundener Rufzeichenzuteilung erforderlich. Und dafür zuvor eben das Ablegen einer entsprechenden Prüfung über gesetzliche und technische Kenntnisse bei der Bundesnetzagentur.
Und auch der finanzielle Aufwand ist nicht zu unterschätzen: Während Geräte für den Jedermannfunk, zum Beispiel die oft von Lkw-Fahrern verwendeten CB-Funkgeräte, häufig schon für unter 100 Euro erhältlich sind, werden für ein gutes Amateurfunkgerät laut Norbert Patent in der Regel mindestens 800 Euro fällig.

KONTAKT ZUR ORTSGRUPPE

Die Lüdenscheider DARC-Ortsgruppe trifft sich jeden Montag auf dem UKW-Band auf einer bestimmten Ortsfrequenz und einmal im Monat in einer regionalen Gaststätte.
Details können bei Norbert Patent unter dg1npm@darc.de erfragt werden.

Quelle und Foto: Come-on.de


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