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Potsdam-Mittelmark Abschied vom Analogfunk

#1 von Detlef Wipperfürth , 14.03.2013 11:43

Ab Mitte 2014 kommunizieren Rettung und Feuerwehr im Kreis digital. Die Technik wurde Jahre getestet

Potsdam-Mittelmark - Für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste beginnt in den nächsten Monaten ein neues Zeitalter der Kommunikation: Die komplette Funktechnik wird von analog auf digital umgestellt. Im Landkreis ist Lothar Boreck der Beauftragte für die Umstellung. Bis Mitte des kommenden Jahres, kündigt er an, soll in Potsdam-Mittelmark der Schalter umgelegt sein. Die Vorbereitung läuft auf Hochtouren.

Die analoge Funktechnik soll noch einige Jahre weiterbetrieben werden – auch zur Sicherheit. „Wir wollen nichts riskieren“, betont Boreck. Er hat allerdings volles Vertrauen zur neuen Technik, nachdem er sich mehrere Jahre mit ihr befasst hat. Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand: „Der Digitalfunk bietet deutlich mehr Möglichkeiten und ist einfacher zu bedienen.“ Das Netz sei verschlüsselt und abhörsicher. Und statt auf Kanälen werde künftig in Funkgruppen kommuniziert, die beliebig kombinierbar sind.

Kreisbrandmeister Herbert Baier nennt ein Beispiel, wo die neue Technik hilfreich gewesen wäre: Als die Feuerwehren und Einsatzkräfte im November 2011 noch vom Großbrand einer Lagerhalle bei Niemegk gefordert waren, kam es wegen einer Nebelbank in der Nähe auf der A 9 zu einer Massenkarambolage mit vielen Schwerverletzten und zwei Toten. „Die Feuerwehren funkten alle auf einem Kanal.“ Baier hätte sich damals gewünscht, dass die beiden schwierigen Einsätze funktechnisch getrennt und abgestimmt werden. Es gab jeweils viel zu bereden, auch mit Polizei und Rettungskräften. Genau das soll künftig möglich werden.

Statt weniger Kanäle werden Dutzende Gruppen zur Verfügung stehen, freut sich Baier. Die verschiedenen Behörden und Einsatzkräfte erhalten ihre eigene Gruppe, die jeder kennt und die sich von einer zentralen Autorisierungsstelle für Schadensereignisse beliebig zusammenschalten lassen kann. „Das wäre damals eine Hilfe gewesen“, sagt Baier.

Digitalfunk-Beauftragter Boreck hat die Technik auch in seiner Funktion als ehrenamtlicher Stadtwehrführer der Stadt Werder (Havel) testen können – bei fünf Baumblütenfesten habe sie sich bewährt. Er lobt die rausch- und knatterfreie Sprachqualität. „Anders als beim Analogfunk kann immer nur einer reden.“ Für Notsituationen gebe es spezielle Funktionen, um sich dazwischenzuschalten. Zudem könnten – ähnlich wie beim Handy – Kurzmeldungen versendet werden. Gerät eine Einsatzkraft selbst in Not, kann sie mit einem Knopfdruck ein Notruf mit GPS-Daten an die Zentrale schicken. „Die wissen dann, wo sie suchen müssen.“

Die Stützpunktfeuerwehren des Landkreises konnten die neuen Geräte auch schon mal ausprobieren. Jetzt wird es für alle ernst: Die Landespolizei soll im zweiten Halbjahr auf die neue Technik umsteigen, die Feuerwehren der Kommunen und auch die Rettungsdienste und Katastrophenschützer des Landkreises sukzessive folgen. Im Bereich der zuständigen Regionalleitstelle in Brandenburg (Havel) soll laut Boreck im ersten Quartal 2014 für alle die Testphase beginnen.

Dementsprechend soll bis dahin zumindest der Fahrzeugfunkverkehr digital ausgestattet sein. Die 470 Rettungs- und Feuerwehrautos umzurüsten sei keine einfache Aufgabe. Das Einsatzleitfahrzeug des Landkreises und einige Katastrophenschutzfahrzeuge sind schon mit Digitalfunk versehen. Hinzu kommen, schrittweise bis 2017, noch 1200 Handsprechgeräte. Auch deshalb werden die alten analogen Geräte noch eine Weile gebraucht. Die Gemeinden und das Landratsamt müssen für die Digitaltechnik von Motorola 1,9 Millionen Euro aufbringen.

200 Feuerwehrleute sollen in diesem Jahr im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Beelitz-Heilstätten an den neuen Geräten ausgebildet werden. „Das Land hat leider noch nicht genug Kurse im Angebot“, so Boreck. Nach den ursprünglichen Plänen sollten die brandenburgischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) schon 2008 auf die neue Technik umsteigen – der Start wurde dann mehrfach verschoben.

Der Netzumbau ist ein bundesweites Projekt. Schleswig-Holstein war im Januar nach Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland das dritte Flächenland in Deutschland, das in die Betriebsphase eingetreten ist. In Bremen und Hamburg sowie im nördlichen Niedersachsen ist das sogenannte BOS-Netz ebenfalls in Betrieb. Der Netzaufbau mit 140 Funktürmen ist auch im Land Brandenburg fast abgeschlossen. Die rund 140 Millionen Euro dafür bezahlten Bund und Land.

Quelle: http://www.pnn.de/pm/731993/


DWHOSZ
http://www.funkfrequenzen01.de/

 
Detlef Wipperfürth
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