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Baden-Württemberg Region Bodensee-Oberschwaben: Kommunikation im Wandel: Warum Rettungskräfte auf den Digitalfunk umstellen

Baden-Württemberg Region Bodensee-Oberschwaben: Kommunikation im Wandel: Warum Rettungskräfte auf den Digitalfunk umstellen

#1 von Detlef Wipperfürth , 05.02.2018 08:08

04.02.2018 Baden-Württemberg Region Bodensee-Oberschwaben: Kommunikation im Wandel: Warum Rettungskräfte auf den Digitalfunk umstellen



Kreisbrandmeister Henning Nöh erklärt im Interview, warum von Analog- auf Digitalfunk umgestellt wird und vor welche Probleme die Einsatzkräfte damit gestellt werden.

Der Analogfunk hat in den letzten Jahrzehnten einwandfrei funktioniert. Auch mit den umliegenden Ländern Österreich und Schweiz war die Kommunikation bei Einsätzen in den meisten Fällen erfolgreich. Warum sollte man also ein funktionierendes System aufgeben und auf Digitalfunk umschalten?

Das stimmt. Wir hatten bisher keine Probleme mit dem Analogfunk in Einsätzen. Allerdings bieten uns die digitalen Möglichkeiten einige Vorteile. Wichtig für uns ist: Der Digitalfunk kann nicht mehr von Dritten abgehört werden. Die Cyberkriminalität ist eine große Herausforderung und wird in Zukunft immer wichtiger. Durch die Umstellung, auch bei uns am Bodensee, wollen wir die Abhörsicherheit gewährleisten.

Gibt es noch andere Gründe dafür, das neue System einzuführen?

Wir können bald mehrere Kanäle zusammenschalten und Rufgruppen bilden. Gerade bei Großeinsätzen ist das ein sehr gewinnbringender Aspekt, weil dort besonders viele Einsatzkräfte miteinander kommunizieren und sich abstimmen müssen. Für leitende Einheitsführer wird es möglich sein, mit dem gleichen Gerät mit einer und mehreren Personen gleichzeitig zu sprechen. Nicht immer soll der Funkverkehr von allen Beteiligten mitgehört werden. Genau das war aber in der Vergangenheit oft der Fall. Zudem sind die neuen Geräte deutlich kleiner, leichter und handlicher als die älteren Analogfunkgeräte.

Bei der diesjährigen Konferenz der Rettungskräfte im Bodenseeraum wurde jedoch bemängelt, dass die technischen Voraussetzungen, auch in Hinblick auf Österreich und Schweiz, noch nicht kompatibel sind. Wie wollen Sie das Problem lösen?

Kurz vor der Konferenz in Lindau haben wir uns zusammengesetzt und einen Weg gefunden, wie wir die gute Zusammenarbeit und die intakte Kommunikation mit den Ländern beibehalten können. Jedes Land hat sein eigenes System, das er nicht aufgeben will. Das war auch schon beim Analogfunk so. Wir kamen dann auf eine simple Lösung: Die Geräte einfach austauschen. Wenn wir auf digital umsteigen, werden wir das genauso machen. Vor einigen Tagen haben wir von den zuständigen Behörden positive Rückmeldung bekommen. Genau wie damals wird das Land Baden-Württemberg den Geräteaustausch ins Ausland unterstützen.

Auch für die Einsatzkräfte wird der Wandel von analog auf digital eine große Umstellung. Werden die Einsatzkräfte ausreichend geschult, um im Einsatz die neue Technik zu beherrschen?

Wir haben ein umfassendes Ausbildungsprogramm entwickelt, damit alle in Zukunft mit den neuen Geräten umgehen können. Dazu gehören theoretische und praktische Fortbildungen. Natürlich ist uns auch bewusst, dass gewisse Automatismen erst nach einer längeren Eingewöhnungsphase entwickelt werden können. Bis wir uns wirklich sicher sind, dass alles einwandfrei und ohne Komplikationen funktioniert, werden wir in den Einsatzfahrzeugen immer auch die analogen Geräte mitführen. Wenn einmal etwas schief läuft, dann können wir auf die bewährte Technik jederzeit zurückgreifen.

Was steht bis zur Einführung im April noch in Ihrem Hausaufgabenheft?

Unser Nachbarland Bayern ist schon im letzten Jahr auf Digitalfunk umgestiegen. Da ist zu Beginn natürlich nicht alles glatt gelaufen. Logisch, wenn man neue Wege geht. Das gehört dazu. Wir haben da aber genau hingeschaut und werden diese Fehler nicht machen. Viel ist eigentlich nicht mehr zu tun. Wir hatten einen Gedanken, haben uns zusammengesetzt, Pläne geschmiedet, die technischen Voraussetzungen geschaffen und nun müssen diese Dinge nur noch umgesetzt werden. Verstehen Sie mich nicht falsch: Das ist immer noch ein großer Brocken. Aber im Vergleich zur Planungs- und Entwicklungsphase, haben wir den größten Teil schon hinter uns. Im April ist die integrierte Leitstelle des Bodenseekreises digitalfunkfähig. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Planung zur Umsetzung auf das neue System. In den Jahren 2019 und 2020 wird die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr im Bodenseekreis digital ausgestattet. Ich freue mich darauf. Am Ende profitieren die Menschen, die in Not geraten. Denn wir können dann noch besser untereinander kommunizieren und dadurch noch effektiver helfen.

HenningNöh ist seit 1974 ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Vor 36 Jahren hat er sich für einen beruflichen Werdegang bei der Feuerwehr entschieden. Der 58-Jährige lebt in Salem, ist seit 1999 Kreisbrandmeister im Bodenseekreis und sowohl abwehrend als auch vorbeugend für den Katastrophenschutz und den Rettungsdienst verantwortlich.

Quelle: https://www.suedkurier.de/…/Kommunikation-im-Wandel-Warum-R…


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Detlef Wipperfürth
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