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Bayern: Digitalfunkmast auf der Anhöhe in Gessenhausen geplant

Bayern: Digitalfunkmast auf der Anhöhe in Gessenhausen geplant

#1 von Detlef Wipperfürth , 13.11.2022 23:55

Digitalfunkmast auf der Anhöhe in Gessenhausen geplant

Taching am See – Der Digitalfunk BOS, der den alten analogen Funk für Bayerns Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste vor einigen Jahren ablöste, funktioniert seit der flächendeckenden Einführung so gut wie vollständig. Allerdings bestehen vorwiegend im Alpenbereich Versorgungs- und Sprachqualitätsprobleme. Daher wurde eine vollständige Überplanung des Alpenbereichs fällig, die auch den Bereich von Taching über Palling bis Kay umfasste.

Die beiden Mobilfunkmasten in Taching seien wegen ihrer geringen Höhe nicht geeignet, wiederholte Stefan Klein vom Bayerischen Digitalfunk-Zentrum in Königsbrunn Informationen zum Neubau eines Mastens für den BOS-Digitalfunk, die er bereits im Mai 2021 im Gemeinderat vorgestellt hatte. Schon damals sagte er, dass für eine reibungslose Funktion des Digitalfunks in der Gegend um den Tachinger See nur das Waldstück bei Gessenhausen als geeigneter Standort in Frage komme.

Verträge unter Dach und Fach
Mittlerweile seien die Verträge mit den Grundeigentümern in trockenen Tüchern, er holte die Unterschriften der Nachbarn im baurechtlichen Sinne ein, beantragte das Genehmigungsverfahren und ließ das Grundstück vermessen und das Bayernwerk steckte bereits die Trassenführung für das Stromkabel auf. Die führt zur Überraschung vieler statt vom näher gelegenen Gessenhausen von Bicheln (Weiler bei Tettenhausen) aus entlang einer Straße, deren Verlauf sich im Laufe der Jahrzehnte wohl etwas änderte. Dieses Aufstecken führte bei einigen Bürgern offenbar zu heller Aufregung, wie jetzt bei einem Informationsabend zum BOS-Funk der Verwaltungsgemeinschaft Waging in Taching deutlich wurde.

Einige Zuhörer machten ihrem Ärger Luft und zeigten sich völlig überrascht von dem Vorhaben, über das sie sich nicht ausreichend oder überhaupt nicht informiert fühlten. Stefan Klein betonte, seine Behörde hätte jederzeit für eine Informationsveranstaltung zur Verfügung gestanden, wenn der Bedarf an ihn herangetragen worden wäre.

Zudem ließ er wissen, wie das BOS-Digitalfunknetz funktioniert. Er und der externe Berater Markus Huber hielten ein nordwestlich von Hinterreit bei Tettenhausen mitten im Wald gelegenes Grundstück an der Gemeindegrenze zu Taching für einen guten Standort für den neuen Masten, von dessen 46 Metern Länge 40 Meter mit seinen beiden Plattformen in die Höhe ragen, auf den noch ein drei Meter hohes Stahlrohr und eine drei Meter hohe Antennengabel aufgesetzt werden. An der Spitze sitze also eine Antenne, die gegenüber den umliegenden Ortschaften in etwa 70 Metern Höhe sei.

Das Areal liege etwa 360 Meter Luftlinie von den nächstgelegenen Wohnhäusern in Hochreit entfernt. Die Geländeerhebung sei ausreichend hoch, der Standort sichere die Versorgung aller drei Ziele Taching, Tengling und Gessenhausen. Zudem liege er in einem Wald, in dem man den Masten optisch weitestgehend verschwinden lassen könne. Es gelte: »Je höher der Sender, desto geringer die Belastung für die Bevölkerung«, betonte Klein. Der Gemeinderat habe schon frühzeitig Kenntnis vom Vorhaben gehabt und habe keine Einwände gegen die Suche nach einem Standort für den Mast vorgebracht. Zudem sei die Öffentlichkeit über Tageszeitungen informiert worden. Klein räumte ein, dass es bereits jetzt eine Anfrage vom Telekommunikationsunternehmen Telefónica Deutschland gibt, den Masten kommerziell nutzen zu dürfen. Einer Mitbenutzung verweigere man sich nicht. Er wisse aber nicht, um welche Art von Anlage es sich dabei handle. Möglicherweise diene sie nur der Grundversorgung zum Telefonieren.

Die Gemeinde werde über Standortsuchen informiert, könne als Träger öffentlicher Belange aber nur eine fachliche Stellungnahme abgeben, informierte Bürgermeisterin Stefanie Lang. Grundsätzlich handle es sich um ein privilegiertes Vorhaben, ein Bauwerk im Außenbereich, auf das eine Kommune nur bedingt Einfluss nehmen könne. Bei den technischen Anlagen, die dann auf dem Turm befestigt werden, sei die Gemeinde völlig außen vor.

Die Nachbarn haben dem Bau bereits zugestimmt. Dies sei ein Baustein im Genehmigungsverfahren. Als Nachbar im baurechtlichen Sinne gilt ein Grundeigner, dessen Grundstück unmittelbar an das Baugrundstück angrenzt. Liegt beispielsweise ein Weg dazwischen, ist der der Inhaber des Weges der Nachbar.

Dritter Bürgermeister Christoph Wamsler fügte an, dass es auch noch Nachbarn im immissionsschutzrechtlichen Sinne gibt. Wenn ein betroffener Bürger eine gesundheitliche Belastung für sich sieht, könne er gegen den Masten vorgehen. Die Gerichte würden aber davon ausgehen, dass Grenzwerte eingehalten werden. Nachweise müsse der Mobilfunkbetreiber der Bundesnetzagentur vorlegen. Wenn eine Gemeinde die Zustimmung verweigere, werde sie im Baugenehmigungsverfahren in der Regel von der Regierung von Oberbayern ersetzt.

BOS-Funk kaum eine Rolle bei Strahlenbelastung
Anlagen könnten nur in Betrieb genommen werden, wenn die Bundesnetzagentur die Einhaltung der Grenzwerte »mit einer Standortbescheinigung bestätigt hat«, fügte Klein an. Dabei spielt der BOS-Funk kaum eine Rolle bei der Strahlenbelastung. Er habe nur einen geringen Anteil als Frequenzträger, weil ihn nur ein enger Kreis für die Sprachübertragung nutze. Eine deutlich höhere Frequenz habe der Mobilfunk, der eine wesentlich höhere Datendichte und Reichweite erfordere. Klein schlug vor, Telefónica Deutschland zu bitten, rechtzeitig eine Infoveranstaltung zu halten.

Quelle: Traunsteiner-Tagesblatt


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Detlef Wipperfürth
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