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Baden-Württemberg - DRK-Fahrzeuge in Appenweier auf Digitalfunk umgerüstet
Der DRK-Ortsverein Appenweier blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Die Zahl der Fördermitglieder ist auf Grund einer erfolgreichen Mitgliederwerbungsaktion gestiegen. Foto: Ilona Vogt, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Appenweier
Hünfeld osthessischen Landkreis Fulda - Digitalfunk für Feuerwehren: Magistrat beschafft Ladeschalen
Hünfeld – Die Hünfelder Feuerwehren werden Digitalfunkgeräte der neuesten Generation erhalten. Nachdem der Magistrat kürzlich 85 neue Sprechfunkgeräte für ein Gesamtvolumen von 67.500 bestellt hatte, wurden jetzt auch die dazugehörenden Ladeschalen für den Einbau in den Feuerwehrfahrzeugen beauftragt.
Wie Bürgermeister Benjamin Tschesnok dazu mitteilt, belaufen sich die Gesamtkosten dafür auf rund 16.500 Euro. In Abstimmung mit den Feuerwehren hat sich der Magistrat dabei für eine Geräteausstattung entschieden, die sich zum Selbsteinbau eignet, was insgesamt die Wirtschaftlichkeit erhöht.
Der Bedarf an Geräten wurde mit den Feuerwehren abgestimmt. Mit der neuen Digitalfunkausstattung sind alle technischen Möglichkeiten für die Feuerwehren im Einsatz wieder verfügbar. Die vorhandenen Altgeräte waren nicht nur in Teilen durch die Einsatzbelastung verschlissen, sondern hatten aufgrund der neueren technischen Standards auch Funktionseinschränkungen im Hinblick auf Softwareupdates.
Baden-Württemberg - Zell - Digitalfunk für die Freiwillige Feuerwehr
In Zell werden zwölf Fahrzeuge ausgestattet. Es wird eine stationäre Funkstelle installiert und 36 Handfunkgeräte werden gekauft.
Bei den Feuerwehren im Ortenaukreis wird die analoge Funktechnik durch Digitalfunk ersetzt. Die Bestellung der Funkgeräte erfolgt über einen Rahmenvertrag, den der Ortenaukreis abgeschlossen hat. Am Montag vergab der Zeller Gemeinderat den Auftrag für die Freiwillige Feuerwehr Zell. Die Kosten belaufen sich auf 105.174 Euro.
„Die Planungen für die Umstellung laufen seit vielen Jahren“, erklärte Bürgermeister Günter Pfundstein. Zell a. H. und Oberharmersbach seien nun die letzten Gemeinden im Kreis, die auf Digitalfunk umstellen müssen. In Zell werden zwölf Fahrzeuge ausgestattet. Es wird eine stationäre Funkstelle installiert und 36 Handfunkgeräte werden gekauft. Durch die organisatorischen Änderungen bei der Freiwilligen Feuerwehr ergeben sich bei der Stadt gegenüber der ursprünglichen Planung Einsparungen in Höhe von 15.000 Euro.
Bei der Aussprache regte Gemeinderat Hannes Grafmüller an, künftig die Masten von Windkraftanlagen als Sendemasten für den Digitalfunk zu nutzen. Die Auftragsvergabe erfolgte einstimmig, obwohl nur ein Angebot vorlag.
Bayern - Neuburg-Marienheim - Bei Marienheim soll ein 46 Meter hoher Funkmast entstehen: Neuburg leistet Widerstand
Bei Marienheim ist ein 46 Meter hoher Funkmast geplant, von dem das örtliche Geschwader profitieren würde. Weil der Mast nahe der Wohnbebauung stehen soll, regt sich Widerstand. Der Neuburger Ortsteil Marienheim ist durch die B16 und den nahegelegenen Flugplatz des Neuburger Luftwaffengeschwaders bereits stark beansprucht. Nun kommt ein weiteres Projekt hinzu, das Anwohnerinnen und Anwohnern wohl nicht schmecken dürfte. Auf einem Grundstück nahe der Ortschaft soll ein 46 Meter hoher Funkmast für den Digitalfunk BOS errichtet werden. Über diesen Digitalfunk kommunizieren alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie die Bundeswehr in einem bundesweit einheitlichen, gemeinsamen digitalen System. In diesem Fall gehe es vor allem um die Sicherheit des Luftverkehrs, hieß es im Bauausschuss am Mittwoch, in dem das Thema auf die Agenda kam.
Am Flugplatz der Bundeswehr: Funkmast bei Marienheim geplant
Der geplante Funkmast würde sich auf dem Papier auf der Gemarkung Zell befinden, die nächsten Anwohner in Marienheim leben aber nur rund 90 Meter von diesem Standort entfernt. Die Verwaltung äußerte aufgrund dieser Nähe zur Wohnbebauung „Bauchschmerzen“, man sehe das Vorhaben kritisch, hieß es. „Es könnte zu Unbehagen bei Anwohnern führen.“ Auch die Stadtpolitiker sprachen sich am Mittwoch einstimmig gegen diesen Standort aus.
Neuburg ist gegen diesen Standort
Doch die Frage ist, welches Gewicht diese Stellungnahme hat. Nicht die Stadt, sondern die Regierung von Oberbayern muss das Projekt genehmigen, erklärt Bürgermeister Johann Habermeyer (FW) gegenüber unserer Redaktion. Das Veto aus Neuburg könnte das Verfahren nach seiner Einschätzung womöglich um ein halbes bis ein Jahr verzögern. Ob man an dem angedachten Standort im Endeffekt wirklich etwas ausrichten kann, sei aber ungewiss.
Quelle und Foto: Neunberger Rundschau Weniger anzeigen
Interdisziplinäre Einsatzkommunikation: Herausforderungen für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in Großlagen.
Wenn jede Sekunde zählt, entscheidet Kommunikation über Leben und Tod. Trotz modernem Digitalfunk und KI zeigen sich kritische Schwachstellen. Wie gut sind Deutschlands Einsatzkräfte wirklich vorbereitet?
Aktuelle Lage
Im Falle von Großlagen müssen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste die Einsatzkommunikation etablieren und während der Einsätze stabil aufrecht erhalten durch spezielle Systeme, Lagezentralen und Koordinationstools, um Lagebilder auszutauschen, Kräfte zu disponieren und die Bevölkerung zu informieren.
Dabei muss die Führung gewährleistet und Chaos vermieden werden, insbesondere bei komplexen Szenarien wie Terroranschlägen oder Amoktaten, bei denen eine schnelle und eindeutige Informationvermittlung für den Verlauf der Lage entscheidend und nicht selten für Leben oder Tod von Beteiligten ausschlaggebend ist.
Für die interdisziplinäre Einsatzkommunikation werden aktuell oft digitale Lösungen wie moderne Apps und Stabssysteme eingesetzt. Die Ziele der Kommunikation sind: die Erstellung und ständige Anpassung des Lagebildes an fortlaufende Veränderungen von Szenarien mit umfassenden und eindeutigen Informationen über das Einsatzgeschehen, die Koordination polizeilicher und feuerwehrtechnischer Maßnahmen und die Ermöglichung schneller Entscheidungen,
die Versorgung der Bevölkerung mit verlässlichen Informationen, Verhinderung von Falschmeldungen und Bekanntgabe von Verhaltensempfehlungen für Bevölkerungsgruppen in einsatznahen Gebieten. In Deutschland basiert die Einsatzkommunikation von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten bei Großlagen aktuell auf einem bundeseinheitlichen Digitalfunknetz, das zunehmend durch Breitbandlösungen und moderne Führungszentren ergänzt wird.
Alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) nutzen ein gemeinsames, abhörsicheres digitales Funknetz (Terrestrial Trunked Radio: TETRA-Standard). Das Netz umfasste im Jahr 2025 rund 5.000 Basisstationen und deckt Deutschland zu über 99% ab. Im Falle von Großlagen erlaubt die netzgesteuerte Ressourcenzuweisung eine effiziente Lastenverteilung. Polizei und Feuerwehr können über interoperable Rufgruppen direkt miteinander kommunizieren. Dadurch wird die Koordination am Einsatzort beschleunigt.
Die automatische Übermittlung von Standortdaten der Einsatzkräfte bei Notrufen gehört mittlerweile zum Standard (GPS-Lokalisierung), auch für eine schnelle Eigensicherung. Im Jahr 2025 wurde zum Zweck der Netzmodernisierung die Infrastruktur in vielen Gebieten Deutschlands auf IP Technologie umgestellt. Zur Unterstützung des Funkverkehrs wurden standardisierte Messenger-Apps eingeführt, die den Austausch von Bildern, Videos und Standortdaten zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten in Echtzeit ermöglichen (BOS-Messenger).
Zudem laufen im Rahmen einer „Breitband-Strategie” aktuell Vorbereitungen für den „Digitalfunk der nächsten Generation”, um über TETRA hinaus breitbandige Daten-dienste für hochauflösende Lagebilder zu integrieren. Parallel wird die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI) erprobt.
So werden beispielsweise kognitive Systeme getestet, die Informationen aus verschiedenen Quellen (Notrufe, Sensoren, Social Media) in Echtzeit auswerten und Entscheidungshilfen für die Einsatzleitung geben können. Für die Führung und Koordination in Großlagen werden Melde- und Lagezentren etabliert.
In Bayern wurde in diesem Zusammenhang das Bayrische Melde- und Lagezentrum für den Bevölkerungsschutz (BayMLZ) etabliert, um ein digitales, behördenübergreifendes Lagebild generieren zu können. Für Großeinsätze in komplexen Infrastrukturen wie Bahnhöfen, Flughäfen und Tunneln gelten strikte technische Vorgaben für digitale Objektfunkanlagen, um die Erreichbarkeit der Einsatzkräfte sicherzustellen (Objektfunkversorgung). Im Rahmen des Krisenmanagements setzen moderne Notfallpläne verstärkt auf die Einbindung von Spontanhelfern über Online-Plattformen und die digitale Warnung und Information der Bevölkerung.
Lebensbedrohliche Einsatzlagen
In Amoklagen und anderen lebensbedrohlichen Einsatzlagen erfolgt die Kommunikation zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst aktuell nach hochspezialisierten und organisationsübergreifenden Konzepten, um die Sicherheit der Helfer zu gewährleisten und die Versorgung von Verletzten zu beschleunigen. Auf der technischen Kommunikationsebene (BOS-Digitalfunk) werden “interoperable Rufgruppen” eingerichtet. Polizei und Rettungskräfte schalten ihre Funkgeräte dafür auf gemeinsame, bundesweit einheitliche „Zusammenarbeits-Rufgruppen“ um.
Dies ermöglicht einen direkten Informationsfluss ohne Zeitverzögerung durch die Kommunikation über die unterschiedlichen Leitstellen. Zudem erfolgt eine Netzpriorisierung. Da Funknetze bei Amoklagen durch ein extrem hohes Funkaufkommen überlastet werden können, verfügt der Digitalfunk über eine automatische Laststeuerung, die den Vorrang einsatzkritischer Funkkontakte sicherstellt. Zu den taktischen Konzepten der Zusammenarbeit zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten gehören die Einrichtung gemeinsamer Befehlsstellen und die Kommunikation von Zoneneinteilungen. Zur Etablierung einer gemeinsamen Befehlsstelle wird am der Einsatzort eine gemeinsame Einsatzleitung (GEL) oder ein gemeinsamer Führungspunkt eingerichtet, an dem Verbindungspersonen der beteiligten Organisationen physisch zusammenarbeiten.
Mit der Zoneneinteilung definiert die Polizei klare Einsatzbereiche. Die “Hot Zone” ist der Gefahrenbereich, zu dem nur die Polizei Zutritt hat zum Zweck der Täterbekämpfung. Die “Warm Zone” bezeichnet den Sicherungsbereich, in dem Rettungskräfte unter dem Schutz polizeilicher Begleitteams (Tactical Medical Teams) arbeiten, um Schwerverletzte schnellstmöglich zu evakuieren. Die “Cold Zone” definiert den sicheren Bereich, der u.a. als Ort für Behandlungsplätze und den regulären Rettungsdienst genutzt wird. Täterstandorte, Schüsse, Verletzte und andere zentral für die interdisziplinäre Einsatztaktik relevante Informationen werden frühestmöglich abgeglichen, um ein gemeinsames Lagebild zu erstellen und dem Rettungsdienst die Auswahl sicherer Bereitstellungsräume zu ermöglichen.
Für Kommunikationszwecke werden in lebensbedrohlichen Großlagen aktuell zunehmend verschlüsselte Messenger-Dienste (BOS-Messenger) genutzt, um z.B. Kartenmaterial, Täterbeschreibungen und Fotos von Zugangswegen in Infrastrukturen wie Schulen und Krankenhäusern in Echtzeit zwischen den Einheiten der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste zu teilen. Für die Krisenkommunikation mit der Bevölkerung werden Warn-Apps wie NINA oder KATWARN sowie die direkte Kommunikation mit Objekt-Warnsystemen wie z.B. Schul-Amok-Alarm-Systemen eingesetzt, um Personen am Einsatzort zu situationsgeeigneten Verhaltensweisen aufzufordern und sich auf diese Weise zu sichern. Parallel wird eine Schnittstelle zur Presse eingerichtet. Die Pressesprecher von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten stimmen ihre Informationen für Pressemitteilungen eng ab, um widersprüchliche Meldungen zu vermeiden und Angehörigen sowie Medien bestmöglich gesicherte Informationen zu liefern.
Probleme der interdisziplinären Einsatzkommunikation
In der interdisziplinären Einsatzkommunikation zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten traten im Jahr 2025 bei Großlagen sowohl technische als auch organisatorische Probleme auf, die eine effiziente Zusammenarbeit erschwerten.
Zu den technischen Problemen gehörten in Deutschland Ausfälle des BOS-Digitalfunks, eine mangelnde Interoperabilität von Funkkanälen und die primäre Sprachbasierung des TETRA-Systems. Im Mai 2025 kam es zu einem bundesweiten Ausfall des BOS-Digitalfunks, der fast 2 Stunden andauerte.
Ausgelöst wurde er durch Netzwerkprobleme und Softwarefehler in zentralen Komponenten der Netzstruktur. Solche Ereignisse verdeutlichen die Verwundbarkeit der zentralen Infrastrukturen von BOS im Falle von Großlagen. Das nicht seltene Fehlen einheitlicher oder gemeinsam genutzter Funkkanäle (mangelnde Interoperabilität) ist ein grundsätzliches und von der jeweiligen Lage unabhängiges Problem für die unmittelbare interdisziplinäre Kommunikation an der Einsatzstelle und kann zu Defiziten im direkten Informationsaustausch führen. Dieser technische Mangel wird zusätzlich verstärkt durch die Verwendung des primär sprachbasierten und als überholt geltenden TETRA-Systems, das moderne Breitbandanforderungen wie z.B. Video-Streaming in Echtzeit nicht ausreichend unterstützt.
Hinzu kommt die enorm komplex gewordene Medienarbeit. Die schnelle Informationsverbreitung über soziale Medien stellt die Pressestellen von Polizei und Feuerwehr vor die nicht immer erfüllbare Herausforderung, zeit-gleich und abgestimmt zu kommunizieren.
Probleme, die unter den Aspekt der “Human Factors” zu subsumieren sind, betreffen organisatorische, taktische und strategische Herausforderungen der interdisziplinären Einsatzkommunikation. Die Polizei und die Feuerwehr haben unterschiedliche “Führungskulturen” und arbeiten zumindest teilweise in isolierten Strukturen. Dadurch wird die Entwicklung eines gemeinsamen Lageverständnisses erschwert. Zudem sind die Koordination und der Informationsfluss zwischen den unterschiedlichen Leitstellen der Polizei und der Feuerwehr nicht selten zeitverzögert, so dass es zu einer Verlangsamung der gemeinsamen Lagebeurteilung kommt. Im direkten Ablauf des Einsatzgeschehens können Rollen- und Zuständigkeitskonflikte im Falle von sich überschneidenen Aufgaben entstehen, z.B. wenn die zuerst am Einsatzort eingetroffene Polizei die medizinische Erstversorgung von Verletzen vor dem Eintreffen des Rettungsdiensts der Feuerwehr übernimmt.
Unklarheiten über Verantwortlichkeiten und Befugnisse, die in solchen Situationen auftreten, können die Taktik und den effizienten Ablauf des Einsatzes erheblich beeinträchtigen. Strategische Defizite resultieren nicht zuletzt auch aus einem oft fehlenden Commitment auf der Führungsebene. Für eine effiziente und vertrauensvolle interorganisationale Zusammenarbeit der Einsatzteams von Polizei, Feurwehr und Rettungsdiensten vor Ort ist die explizite Unterstützung der interdisziplinären Einsatzkommunikation und -kooperation auf höchster Ebene zwingend erforderlich.
Ansätze zur Verbesserung der interdisziplinären Einsatzkommunikation
Um die Einsatzkommunikation zwischen Polizei und Feuerwehr zu verbessern, sind klare, BOS-übergreifende Strukturen, moderne digitale Kommunikationsmittel (Apps, Satellit), die Nutzung des Digitalfunk BOS für einheitliche Standards und die Vermeidung widersprüchlicher Medieninformationen entscheidend, um schnelle, zuverlässige und einheitliche Absprachen bei Großschadenslagen und alltäglichen Einsätzen zu gewährleisten. Unter technischen Gesichtspunkten stellt die konsequente Nutzung des bundesweit einheitlichen Digitalfunk BOS eine gemeinsame Basis bereit für eine funktionierende interdisziplinäre Einsatzkommunikation zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten.
Die Satellitenkommunikation kann eine wichtige Ergänzung terrestrischer Netze für eine zuverlässige Breitband-Kommunikation, insbesondere in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung oder bei einem Ausfall der terrestrischen Netze darstellen.
Der Einsatz moderner digitaler Kommunikations-Apps für schnellere Informationsweitergabe und besseren Informationsfluss bietet parallel gerade bei komplexen Lagen eine wichtige Unterstützung. Eine Priorisierung in Mobilfunknetzen kann Einsatzkräften eine „virtuelle Rettungsgasse“ im öffentlichen Mobilfunknetz zur Verfügung stellen, durch die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste auch bei überlasteten Netzen Vorrang erhalten.
Mit Blick auf den bundesweiten Digitalfunkausfall im Mai 2025 ist eine Verstärung der Rückfallebeben zu forden, d.h. es werden redundante Systeme und mobile Netzersatzanlagen (z.B. für die Notstromversorgung von Basisstationen) benötigt, um die Einsatzkommunikation auch bei Netzausfällen oder IT-Störungen zu sichern.
Im Hinblick auf die Struktur und Koordination der interdisziplinären Einsatzkommunikation ist die Festlegung klarer Zuständigkeiten ein Schlüsselaspekt. Dies gilt auch für Medienauskünfte, um die Verunsicherung der Bevölkerung durch widersprüchliche Meldungen zu vermeiden. Unter Nutzung allen Einheiten bekannter hierarchischer Strukturen müssen am Einsatzort schnelle und standardisierte Lageeinweisungen im direkten Austausch oder über Funk stattfinden.
Erfolgversprechende Ansätze zur Verbesserung der interdiszipinären Einsatzkommunikation zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten dürfen nicht nur das Geschehen am Einsatzort im Blick haben. Vielmehr muss die Intensivierung einer BOS-übergreifenden Zusammenarbeit in der Krisenvorsorge und der Konzeption des Krisenmanagements angestrebt werden. Hierzu gehören auch gemeinsame Ausbildungsmodule. Ein regelmäßiges gemeinsames Training von Einsatzkräften der Polizei, der Feuerwehr und der Rettungsdienste fördert das gegenseitige Verständnis und das reibungslose Funktionieren der Einsatzabläufe. Neben der technischen und taktischen Expertise ist hier auch das Augenmerk auf die psychische Belastbarkeit und Kommunikationsstärke der Einsatzkräfte zu legen, damit sie in den Stresssituationen des Einsatzes sicher agieren und kooperieren können.
Schlussbemerkungen
Im Zusammenhang der Empfehlungen zur Verbesserung der interdisziplinären BOS-Kommunikation stehen Aspekte der technischen Infrastruktur im Vordergrund. Entsprechend unterliegt die Einsatzkommunikation von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten aktuell einem starken technologischen Wandel.
Um diese Verbesserungen umzusetzen, können Verantwortliche auf Ressourcen wie die Strategien der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) oder länderspezifische Leitfäden (z. B. die Breitbandstrategie NRW) zurückgreifen.
Empfehlungen zur Veränderung von Organisationsstrukturen und zur Intensivierung einer BOS-übergeifenden Zusammenarbeit in der Krisenvorsorge, die auch gemeinsame Ausbildungsmodule einschließt, finden ebenfalls Erwähnung, werden aktuell jedoch nur marginal umgesetzt.
Da funktionierende Einsatzabläufe ohne kommunikationsstarke Einsatzkräfte, die im Einsatzstress organisationsübergeifend sicher agieren und kooperieren können, nicht denkbar sind, ist eine verstärkte Einbindung dieser Human Factors Aspekte in die Umgestaltung der interdisziplinären Einsatzkommunikation unverzichtbar.
Autorin: Univ.-Prof. Dr. Martina Piefke, Universität Witten/Herdecke Quelle: security-network - interdisziplinaere-einsatzkommunikation
Nordrhein-Westfalen - Ausfall des Digitalfunks von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst: Arbeitsfehler war Ursache
In ganz NRW ist am Montagvormittag der Digitalfunk von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr ausgefallen. Der Notruf war die ganze Zeit über erreichbar, da er auf einem anderen System basiert. Der Digitalfunk von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr ist in NRW am Montagvormittag zeitweise ausgefallen. Der Notruf war weiterhin erreichbar und von der Störung nicht betroffen, da dieser auf einem anderen System läuft. Betroffen war auch die Städteregion Aachen sowie die Kreise Heinsberg und Düren.
Nach dem Heinsberger Kreisbrandmeister Klaus Bodden war der Ausfall des digitalen Funks bereits um 10.15 Uhr bekannt. Die Einsatzfähigkeit sei allerdings hierdurch nicht eingeschränkt gewesen. „Alle wissen Bescheid“, sagt Bodden. Man habe behelfsmäßig auf das analoge Netz zurückgegriffen und auch eigene Handys seien in reger Nutzung gewesen. Nach einem Neustart aller Geräte funktionierte ab 11.30 Uhr wieder alles einwandfrei. Wie das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste auf Anfrage mitteilt, war die Ursache des Ausfalls ein Arbeitsfehler. Dieser geschah nach Angaben einer Sprecherin bei Umbauarbeiten an einer Vermittlungsstelle des Digitalfunks in Rheinland-Pfalz.
Baden-Württemberg - Willstätt Feuerwehr auf Digitalfunk umgestellt
Feuerwehr auf Digitalfunk umgestellt
Die bisherige analoge Technik hat ausgedient: Die Feuerwehr Willstätt ist jetzt auf Digitalfunk umgestellt. Mehr als 100.000 Euro wurden investiert.
Im vergangenen Frühjahr hatte es Vor-Ort-Termine in den Feuerwehrhäusern gegeben, um den Bedarf zu ermitteln. Der Gemeinderat hat daraufhin den Auftrag für 20 neue Digitalfunkgeräte beschlossen. Die sind inzwischen geliefert und in Betrieb genommen worden.
BDBOS tritt Linux Foundation bei und treibt Vorhaben im Open-Source-Bereich voran
Die BDBOS setzt sich bereits seit Längerem mit den Chancen von Open Source für Netzwerke der öffentlichen Verwaltung auseinander. Um den Open-Source-Ansatz weiter zu fördern, ist die BDBOS der Linux Foundation beigetreten. Die BDBOS arbeitet fortwährend an der Modernisierung ihrer Netzinfrastrukturen, die einen der Grundpfeiler der digitalen Kommunikationsarchitektur in der öffentlichen Verwaltung bilden. Dabei spielt der Einsatz von Open-Source-Software eine wichtige Rolle, um die digitale Souveränität zu stärken. Zur weiteren Förderung des Open-Source-Ansatzes ist die BDBOS der Linux Foundation beigetreten.
Der Beitritt und das Engagement der BDBOS schaffen Möglichkeiten, gemeinsam mit der Linux-Community an neuen Standards und Lösungen zu arbeiten. Diese sollen perspektivisch auch den Weg in die öffentlichen IT-Netze finden. Aktuell liegt einer der Schwerpunkte auf der Netzwerk-Software SONiC als Betriebssystem für Router und Switches. In Verbindung mit der Programmiersprache P4 sind Einsatzszenarien auf entsprechenden Geräten vorstellbar. Dies bietet nicht nur die Chance, den sogenannten Vendor-Lock-in, also die Abhängigkeit von einem Anbieter mit fehlender Wechselmöglichkeit, zu reduzieren. Durch Code-Reviews und -Analysen werden so auch mehr Transparenz und Sicherheit geschaffen.
Die BDBOS wird ihre Erfahrungen als Netzbetreiberin des Bundes mit einbringen und freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Linux Foundation und der SONiC-Foundation sowie all ihren Mitgliedern.
Das zukünftige BOS-Breitbandnetz braucht Frequenzen im UHF-Band Funktionsfähige Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sind die Grundvoraussetzung für einen resilienten Staat. Zuverlässige Einsatzkommunikation ist wiederum die Grundvoraussetzung für funktionsfähige BOS. Wie soll gewährleistet werden, dass die BOS zukünftig ihre Einsatzkommunikation – das Herzstück der Arbeit aller BOS – in einem eigenbeherrschten BOS-Breitbandnetz zu jedweder Lagebewältigung zuverlässig und hochverfügbar verwenden können? Schließlich sind Einsatzlagen von BOS – mit Ausnahme von Zeitlagen – weder vorhersehbar noch planbar. Die Einsatzkommunikation aller BOS mit ihren Einsatzkräften vor Ort und in den Leitstellen muss daher deutschlandweit und jederzeit verlässlich funktionieren.
Ohne eine robuste, ausfallsichere, eigenbeherrschte, (abhör-) sichere, einheitliche und für Einsatzzwecke geeignete Kommunikationsinfrastruktur können Feuerwehren, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und andere Katastrophenschutzeinheiten sowie die Polizeien von Bund und Ländern, der Zoll und die Bundeswehr ihre Funktionsfähigkeit zukünftig nicht im gebotenen Maße garantieren. Gerade in den Bereichen der Notfallversorgung, Gefahrenabwehr und Strafverfolgung mit ihren vielfältigen Einsatzlagen im gesamten Bundesgebiet steigt die Bedeutung einer breitbandigen und zeitgemäßen Übertragungsmöglichkeit großer Datenmengen für die Einsatzkräfte kontinuierlich an. Ob Verletztenfürsorge, Terrorlagen, Naturkatastrophen, Energiemangellagen, hybride Bedrohungs- und Angriffslagen – für die innere Sicherheit bzw. für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger spielt die Übertragung von Echtzeitdaten (z. B. Video, Bilder, Telemedizin) eine immer wichtigere Rolle. Eine wesentliche Voraussetzung dafür, diesen Anforderungen an die innere Sicherheit in Deutschland zu entsprechen, ist die Nutzung eigener und geeigneter Frequenzen durch die BOS. Nur so kann die erfolgreiche Geschichte der gemeinsamen Infrastruktur für die Kommunikation aller BOS und somit für ihre hoheitliche Aufgabenerfüllung auch in einem zukünftigen BOS-Breitbandnetz ganz im Sinne der staatlichen Souveränität fortgeschrieben werden.
Können die TETRA-Frequenzen nicht weiterhin genutzt werden?
Das von den BOS derzeit genutzte eigenbeherrschte, auf dem TETRA-Standard basierende BOS-Digitalfunknetz fokussiert – technisch bedingt – vorrangig auf die Sprachkommunikation und ist nicht zu einer breitbandigen Datenübertragung fähig. Darüber hinaus steht die TETRA-Technik absehbar vor dem Ende ihres Lebenszyklus‘ und kann nicht mehr zur dringend erforderlichen Weiterentwicklung der Kommunikationsfähigkeit aller BOS beitragen. Zudem sind die im TETRA-Digitalfunknetz genutzten Frequenzressourcen zu gering bemessen, um eine zeitgemäße, breitbandige Sprach- und Datenkommunikation für alle BOS einheitlich einzurichten und zu betreiben.
Was ist stattdessen erforderlich und warum?
Zur Erfüllung ihrer täglichen Aufgabenbewältigung ist es dringend erforderlich, dass die BOS andere und für ihre Zwecke geeignete Frequenzen zur Verfügung gestellt bekommen. Eine Studie des TÜV Informationstechnik GmbH (TÜV IT) hat – auch unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und technologischer Änderungen – einen Frequenzbedarf der BOS im UHF-Band 470-694 MHz von mindestens 60 MHz festgestellt. Sie empfiehlt zur langfristigen und bedarfsgerechten Bereitstellung einsatzkritischer Kommunikationsdienste (Mission Critical Services bzw. MCx-Dienste) die Zuweisung eines international standardisierten Frequenzspektrums an die BOS. Den Weg vom aktuellen BOS-Digitalfunknetz zu einem eigenbeherrschten BOS-Breitbandnetz zeichnet die 2021 vom Verwaltungsrat (VwR) der BDBOS sowie der Innenministerkonferenz (IMK) beschlossene Breitbandstrategie BOS. sowie die hierauf fußende und von IMK und VwR BDBOS beschlossene Frequenzstrategie. Diese formuliert als gemeinsames Ziel der BDBOS, des BMI und der IMK die primäre Zuweisung und Zuteilung einer Bandbreite von 60 MHz im UHF-Band 470-694 MHz und hier im Frequenzband 71.
Die zukünftige Nutzung dieses NR/E-UTRA-Betriebsbands n71/71 (663-698 MHz für Uplink gepaart mit 617–652 MHz für Downlink) ist für die BOS so wichtig, da es als einziges Frequenzband im UHF-Band 470-694 MHz vom 3rd Generation Partnership Project (3GPP) – einem Gemeinschaftsvorhaben einer Gruppe von Telekommunikationsverbänden, das Spezifikationen für Mobilfunksysteme der dritten Generation (3G) entwickelt – für die weltweite Breitbandkommunikation standardisiert wurde. In den USA wird dieses Frequenzband bereits für den öffentlichen Mobilfunk verwendet. Beide Aspekte bedeuten mithin eine bereits bestehende Marktverfügbarkeit von Endgeräten und infrastruktureller Technik.
Bund und Länder streben eine exklusive Nutzung des Frequenzbands 71 als sogenanntes „Government only“-Band für hoheitliche einsatzkritische Anwendungen an. Derzeit wird ressortübergreifend auf Ebene von Bund und Ländern eine Konzeption zum UHF-Band erarbeitet, in der Optionen und Szenarien für eine optimierte Nutzungsaufteilung des UHF-Bandes beschrieben werden. Zielrichtung ist die Herbeiführung einer effizienten Nutzung der Frequenzen, die die Frequenzbedarfe von Rundfunk, Militär und BOS sowie der Sekundärnutzer PMSE (Programme Making and Special Events – drahtlose Übertragung von Ton und Bild bei Veranstaltungen), Radioastronomie und Meteorologie im UHF-Band deckt und langfristig sicherstellen soll. Auch die Expertengruppe für einsatzkritische Kommunikation der Europäischen Union (EU), die ‚Mobile Critical Communication Group‘ (MCCG) befürwortet den „Government only“-Ansatz für das Frequenzband 71.
Bund-Länder-Lenkungskreis UHF
Der Bund-Länder-Lenkungskreis UHF (BLLK) ist ein Gremium, das die Frequenznutzung im UHF-Band zwischen Bund und Ländern koordiniert. An der Arbeit des Lenkungskreises sind unter der Federführung des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung Vertreterinnen und Vertreter aus folgenden Bundesministerien und Ländern beteiligt: das Bundesministerium des Innern das Bundesministerium der Verteidigung das Bundeskanzleramt die Bundesnetzagentur die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz die Staatskanzlei Thüringen (für den Rundfunk) das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport das Ministerium des Innern Nordrhein-Westfalen (für die IMK). Internationale Betrachtung des UHF-Bands 470-694 MHz Auf der Ebene der EU sowie während der alle vier Jahre stattfindenden Weltfunkkonferenz (letzter Termin: 2023) werden vielschichtige Abstimmungen zur Nutzung von Frequenzen auf politischer, fachlicher und regulatorischer Ebene getroffen.
Die in den Mitgliedsstaaten der EU vertretenen Positionen zur zukünftigen Nutzung des UHF-Bands 470-694 MHz sind selbst innerhalb der jeweiligen nationalen Interessensvertretungen von Rundfunk, PMSE, PPDR (Public Protection and Disaster Relief – öffentlicher Schutz und Katastrophenhilfe) und Mobilfunk nicht einheitlich. Umso mehr ist die Schaffung eines flexiblen, zukunftsorientierten Rahmens in der gesamten Union erforderlich, der die Rollen der Bedarfsträger sowie deren Bedarfe an ihren jeweiligen Verwendungszwecken berücksichtigt (kooperativer Ansatz). Auch bei der Radio Spectrum Policy Group (RSPG) der EU ist das Interesse einiger Mitgliedsstaaten am Frequenzband 71 als beabsichtigtes Band künftiger PPDR-Breitbandnetze bereits hinterlegt.
Nationale Betrachtung des UHF-Bands 470-694 MHz
Zur Gewährleistung der Funktionsfähigkeit der BOS – und demzufolge zur Gewährleistung der inneren Sicherheit innerhalb der EU und Deutschlands – ist die Umsetzung der von der IMK beschlossenen Frequenzstrategie als gesamtstaatliche Aufgabe zwingend erforderlich. Auf nationaler politischer und fachlicher Ebene sind die Frequenzbedarfe der BOS im UHF-Band über die IMK hinaus bei den Regierungschefinnen und Regierungschefs sowie der Bundesregierung bekannt und anerkannt.
Die aktuellen Regierungsparteien formulieren in ihrem Koalitionsvertrag den Anspruch, sich auf europäischer Ebene bei der Vergabe von UHF-Frequenzen zu positionieren: „Bei der Vergabe der UHF-Frequenzen setzen wir uns auf europäischer Ebene für eine Berücksichtigung aller berechtigten Interessen ein.“ Weiterhin sieht die Bundesregierung die Notwendigkeit eines eigenen Frequenzbereichs im UHF-Band 470-694 MHz für die BOS und damit für die Stärkung der inneren Sicherheit: „Der Digitalfunk BOS erhält eine bessere Finanzierung und einen eigenen UHF-Frequenzbereich.“
Gemeinsam für Frequenzen
Die BDBOS, das BMI und die Länder setzen sich auf verschiedenen nationalen und internationalen Ebenen gemeinsam für eine erfolgreiche Erfüllung der berechtigten und zukunftsweisenden Frequenzbedarfe aller BOS in Deutschland ein. Dieser Einsatz für Frequenzen im UHF-Band ist kein Selbstzweck; er dient der Unabhängigkeit von Dritten und somit der Funktionsfähigkeit und Resilienz aller BOS, damit diese im Sinne der staatlichen Souveränität ihre hoheitlichen Aufgaben im Bereich der inneren Sicherheit in Deutschland erfüllen können. Und mit der Funktionsfähigkeit aller BOS schafft der resiliente Staat wiederum die Voraussetzungen für eine sicheres soziales Zusammenleben aller Bürgerinnen und Bürger.
Bremen - Umstellung auf IP-Standard auch in Bremen erfolgreich abgeschlossen
Am 16.01.2026 wurde die letzte TETRA-Basisstation im Land Bremen auf den gängigen IP-Standard migriert. Damit hat das Bundesland in seinem Zugangsnetz die technologische Grundlage für eine Breitbanddatenkommunikation geschaffen.
Nach Mecklenburg-Vorpommern hat nun auch das Land Bremen seine TETRA-Basisstationen vollständig auf IP migriert und in diesem Zuge auch die Antennenkonfigurationen angepasst. Durch das gut abgestimmte Zusammenwirken aller Beteiligten ließen sich die einzelnen Maßnahmen erfolgreich im Echtzeitbetrieb umsetzen. Der Abschluss der Umrüstung markiert einen weiteren Meilenstein in der langfristigen Modernisierung des Digitalfunk BOS. Als Netzbetreiberin des Bundes ist es unsere Aufgabe, die Kommunikation der Sicherheits- und Rettungskräfte zukunftssicher zu gestalten und den Digitalfunk BOS in enger Zusammenarbeit mit Bund und Ländern zu einem Digitalfunk der nächsten Generation auf Basis von Breitband weiterzuentwickeln.
Fehlauslösung einer Sirene sorgt für Aufregung in Neuwied-Oberbieber
Am 24. Januar wurde die Bevölkerung von Neuwied-Oberbieber früh am Morgen durch eine unerwartete Sirenenalarmierung aus dem Schlaf gerissen. Die Ursache für diesen Fehlalarm konnte schnell ermittelt werden, doch die Verwirrung war zunächst groß.
Neuwied-Oberbieber. Am Samstag, den 24. Januar, um kurz nach 6 Uhr ertönte in Neuwied-Oberbieber plötzlich die Sirene. Zuerst erklang die Tonfolge eines Feueralarms, gefolgt von einem mehrminütigen Dauerton, der dem Entwarnungssignal ähnelt.
Die Kreisverwaltung Neuwied reagierte umgehend und nahm Kontakt mit der Errichterfirma, der Leitstelle und dem Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz auf. Die Sirene kann laut den Vorgaben des Landes Rheinland-Pfalz sowohl über den TETRA-Digitalfunk als auch über die Digitale Alarmierung RLP ausgelöst werden. Andere Auslösemöglichkeiten wie ein Rückmeldesystem oder analoge Alarmierung sind nicht vorhanden. Die Ursache des Vorfalls wurde inzwischen von der Kreisverwaltung Neuwied geklärt. Eine falsch hinterlegte Adressierung der Sirene in der Leitstelle führte dazu, dass im Zuge einer anderen Alarmierung die Sirene in Oberbieber versehentlich aktiviert wurde. Ein externer Zugriff auf das Sirenensystem konnte ausgeschlossen werden.
Mit dem Programm Breitband auf dem Weg zum Digitalfunk der nächsten Generation Das Programm Breitband fasst unter der Leitung von Thomas Scholle, Abteilungsleiter S – Strategie/Steuerung, die Aktivitäten der BDBOS auf dem Weg zu einem hochverfügbaren, breitbandigen Mobilfunk für die BOS zusammen: Den Anfang machen die Projekte KoMeT und MCx-System sowie das Projekt KoPa_45, über das bereits mehrfach im Wellenreiter berichtet wurde.
Bündelung der Breitband-Aktivitäten in der BDBOS
Zur Umsetzung der gemeinsam mit Bund und Ländern vereinbarten Breitbandstrategie hat die BDBOS 2025 das Programm Breitband eingerichtet. Dieses bildet einen Rahmen für alle Aktivitäten der BDBOS, um eine hochverfügbare, bundesweit einheitliche, eigenbeherrschte, sichere und nachhaltige breitbandige mobile Datenverbindung für die BOS zu schaffen sowie zentrale BOS-übergreifende Breitbanddienste für alle BOS und die Bundeswehr bereitzustellen. Dabei werden aktuelle Bedingungen und absehbare zukünftige Entwicklungen und Bedarfe der Nutzerinnen und Nutzer einbezogen.
Programmleiter Thomas Scholle und sein Programmstab koordinieren die Aktivitäten des Programms. Sie verantworten die übergeordnete Planung, Organisation und Steuerung aller angebundenen Projekte, Maßnahmen und Aufgaben und treffen operative Entscheidungen. Sachverwandte Linientätigkeiten, wie die internationale Standardisierung, die Strategieentwicklung oder die Sicherung eines geeigneten Frequenzspektrums, finden im engen Schulterschluss mit dem Programm, nicht aber als dessen Bestandteil statt. Durch die übergreifende Sichtweise auf Programmebene können gegenseitige Abhängigkeiten und Synergieeffekte leichter berücksichtigt und die Beiträge zur Erreichung der Programmziele koordiniert werden.
Von KoPa_45 und Breitband Phase 0-1 …
Die BDBOS setzt sich schon deutlich länger mit Breitbandthemen auseinander. Einerseits arbeiten die zuständigen Bereiche seit Jahren an der internationalen Standardisierung einsatzkritischer Breitbanddienste und suchen den Austausch mit internationalen Betreiberinnen einsatzkritischer Netze, die in der Migration zu Breitband bereits weiter vorangeschritten sind. Andererseits setzte die BDBOS mit den Einzelprojekten Breitband Phase 0-1 und KoPa_45 bereits 2021 und 2022 Projekte zur Vorbereitung der hiesigen Breitband-Migration auf. Das Projekt Breitband Phase 0-1 strebte die bundesweite Vereinheitlichung der Vertragslandschaft für breitbandigen Mobilfunk und die Beschaffung eigenbeherrschter Kernnetzkomponenten unter Verwendung kommerzieller Mobilfunknetze an. Obwohl das Projekt aufgrund der damals schwierigen Haushaltssituation nicht vollendet werden konnte, lieferte es wertvolle Erkenntnisse und Vorarbeiten für die heutigen Breitbandaktivitäten. Das 2021 aufgesetzte Förderprojekt KoPa_45 unterstützt die Entwicklung von Lösungen für die einsatzkritische Mobilkommunikation und schafft so ein Ökosystem aus Forschung, Industrie und Anwendenden. Hierfür organisiert das Projekt regelmäßige Veranstaltungen zur Stärkung des Netzwerks aller Beteiligten und der Verbreitung der Ergebnisse. Dazu zählen große Präsenzveranstaltungen, Messebeteiligungen sowie eine virtuelle Roadshow. Einige der geförderten Projekte werden zudem im Wellenreiter vorgestellt. Das Projekt flankiert alle sonstigen Breitbandaktivitäten der BDBOS und liefert strategische Optionen und Partnerschaften.
zu KoMeT und MCx-System
Das Programm Breitband umfasst aktuell zwei weitere Projekte, die auf die Umsetzung der gemeinsamen Breitbandstrategie von Bund und Ländern abzielen – die Projekte KoMeT und MCx-System. Zielbild des Projekts KoMeT ist die Ausschreibung und der Vertragsschluss für folgende Punkte:
Errichtung des ‚Minimalen BOS-Kernnetzes‘, welches Datendienste und Sprachdienste analog der heutigen Rahmenverträge für (dezentral administrierte) BOS-Teilnehmende und die Nutzung der Mobilfunknetze mehrerer kommerzieller Mobilfunkanbieter (Mobile Network Operators, MNO) ermöglicht
eine vertraglich abgestützte Nutzung der Netzressourcen mehrerer MNO durch Roaming zwischen MNO und BOS-Kernnetz (ohne Priorisierung)
Verteilung von BOS-eSIM und die Administration der Teilnehmenden und der Dienste durch die Autorisierten Stellen
Das Projekt ist in zwei zentrale, aufeinander folgende Phasen unterteilt: die Vergabevorbereitung und die Durchführung der Vergabe. Im ersten Schritt soll die grundlegende Befähigung für eine Vergabe erreicht werden. Der Start der zweiten Projektphase (Durchführung der Vergabe) kann erst dann erfolgen, wenn der Vergabegegenstand, die Finanzierungsmethodik und die relevanten Rechtsfragen abschließend geklärt sind.
Das Projekt MCx-System hingegen versetzt die BDBOS in die Lage, 3GPP-konforme MCx-Dienste für Bund und Länder bereitzustellen. Aufbauend auf den Ergebnissen des Projektes KoMeT werden Komponenten eines MCx-Systems beschafft, um zukünftig einsatzkritische Kommunikation und Datendienste über priorisierte und hochverfügbare, breitbandige Verbindungen zur Verfügung zu stellen. Um den Übergang von TETRA auf Breitband zu unterstützen und frühzeitig einen Mehrwert für die Anwenderinnen und Anwender zu schaffen, prüft das Projekt ein stufenweises Vorgehen. Dabei sollen zunächst TETRA-Dienste über Breitbandendgeräte zur Verfügung gestellt und anschließend sowohl MCx-Funktionen hinzugefügt als auch der Nutzerkreis ausgebaut werden. Das Projekt MCx-System befindet sich derzeit in der Feinplanungsphase und nutzt hier eine Marktsondierung zur Festlegung des Vorgehensmodells sowie des konzeptionellen Zielbilds.
Was sind MCx?
Als Mission Critical Services, kurz MCx, werden standardisierte einsatzkritische Dienste in Mobilfunknetzen der LTE- und 5G-Standards bezeichnet. Sie beinhalten einen Sprachdienst (Mission Critical Push-to-Talk, MCPTT), einen Videodienst (Mission Critical Video, MCVideo) und einen Datendienst für den Transport diverser Daten verschiedener Quellen (MCData). Besonderer Mehrwert der MCx ist die explizite Ausrichtung auf den BOS-Einsatz: Insbesondere der Sprachdienst orientiert sich in seiner Handhabe stark an den schmalbandigen Digitalfunkstandards wie bspw. TETRA und wird sich für die Einsatzkräfte vertraut anfühlen. Zudem bringen standardisierte MCx die Möglichkeit, alle oder einzelne Dienste dezidiert und flexibel gegenüber anderem Verkehr im angeschlossenen Mobilfunknetz zu bevorrechtigen. Die Standardisierung, welche wie LTE und 5G durch das 3rd Generation Partnership Program (3GPP) – einem Zusammenschluss internationaler Standardisierungsgremien für Mobilfunktechnologien – erfolgt, dauert nach wie vor an und betrachtet zusätzliche Funktionen und Zugangsmöglichkeiten zu diesen Diensten. Die BDBOS beteiligt sich mit ihrem Referat K 3 – Dienstekonzeption aktiv an der Standardisierung.
Mannigfaltige Herausforderungen für das Programm
Parallel zu den operativen Koordinationstätigkeiten für die drei aktuellen Einzelprojekte legt das Programm Breitband wichtige Grundsteine für die zukünftige Entwicklung der Breitbandaktivitäten: Das Programm erstellt gemeinsam mit dem Referat S 1 – Digitalfunkstrategie und der AG Gesamtarchitektur (GSA) eine Programmlandkarte, die als Darstellung aktueller und zukünftiger Umsetzungsaspekte des Programms Breitband dient und eine Basis für die Programmaktivitäten bildet. Zusätzlich wird eine Roadmap für den zeitlichen Verlauf des Programms erstellt. Gleichzeitig betrachtet eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung den finanziellen Rahmen für die Breitbandaktivitäten und sucht die wirtschaftlichste Umsetzungsalternative. Darüber hinaus wird ein übergreifendes Wissensmanagement erarbeitet, um Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für alle Aktivitäten nutzbar und auch zukünftig zugänglich zu machen
Das Forum Breitband als Katalysator für den Austausch zwischen BOS und Industrie
Wesentlich für den Programmerfolg ist unter anderem die direkte Kommunikation mit Bedarfsträgern und Lösungsanbietern. Hierzu veranstaltet das Programm Breitband für die interessierte Fachöffentlichkeit das Forum Breitband. Dieses fördert den Austausch zwischen Bund und Ländern, relevanten Industrievertretern sowie der BDBOS zur Weiterentwicklung des Digitalfunks BOS hin zu Breitband.
Die gelungene Auftaktveranstaltung des Forums fand am 3. April 2025 im Rahmen der GPEC® digital in Leipzig statt. Hier wurde das Forum Breitband als Plattform für den kontinuierlichen Austausch mit den genannten Gruppen vorgestellt. In seinem Einführungsvortrag stellte Programmleiter Thomas Scholle die aktuellen Projekte und Aktivitäten der BDBOS zum Thema Breitband als ‚Digitalfunk der nächsten Generation‘ vor und ging dabei auch auf das initiale BOS-Kernnetz und die ersten Entwicklungsschritte für BOS-Kernnetzstandorte ein. In sechs folgenden Vorträgen stellten MNOs (Vodafone und Telefónica) und Hersteller (Ericsson, Airbus, Nokia und FREQUENTIS) ihre Ideen und Lösungsansätze in den Bereichen ‚Minimales BOS-Kernnetz‘ und MCx-Server vor.
Das zweite Forum Breitband fand am 27. August 2025 in den BDBOS-Räumlichkeiten am Fehrbelliner Platz statt. Hier lag der Schwerpunkt auf dem Thema ‚Mission Critical Services (MCx)‘ als wesentlicher Umsetzungsschritt für den Digitalfunk der nächsten Generation. Über 70 Teilnehmende erhielten einen kurzweiligen Einblick in aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen der Industrie zu standardkonformen einsatzkritischen Diensten und der Infrastruktur zu ihrer Bereitstellung. Die Vorträge wurden eingeleitet durch den Einführungsvortrag von Programmleiter Thomas Scholle über die Aktivitäten der BDBOS zur Gestaltung der Zukunft des Digitalfunks BOS, insbesondere zum derzeitigen Stand des Aufbaus und der Tätigkeiten des Programms Breitband. Zudem wurden die aktuellen Inhalte und Planungen des Projekts MCx-System durch den Projektleiter Roman Kreibich vorgestellt. Wie bereits beim ersten Forum entstanden im Anschluss an die Vorträge der BDBOS und der verschiedenen Industrievertreter fruchtbare Diskussionen.
Das dritte Forum Breitband wird im Rahmen der Fachmesse PMRExpo am 27. November in Köln stattfinden.
Die gemeinsame Vision zum Digitalfunk der nächsten Generation
„Was hat es mit dieser Breitbandstrategie für den Digitalfunk BOS auf sich?“, „Was erwartet mich als BOS-Nutzer?“ und „Was soll dieses Breitband BOS eigentlich sein?“ – Diese und ähnliche Fragen werden immer häufiger an Verantwortliche und Entscheidungsträger im Digitalfunk BOS herangetragen. Die Antworten sind, je nach Sichtweise auf das Gesamtbild, vielfältig. Wollen die einen die Funktionalitäten eines kommerziellen Breitbandnetzes mit der Verlässlichkeit aus dem jetzigen TETRA-Digitalfunknetz kombinieren, setzen andere auf eine zukunftsfähige Ablösung der aktuellen TETRA-Technik durch standardisierte Mobilfunktechnik. Was alle eint: Das Ziel ist ein zukunftsfähiges, verlässliches und sicheres Netz für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Mit dieser Anforderung im Hinterkopf entstand die zwischen Bund und Ländern abgestimmte Storyline Breitband BOS, die die gemeinsame Vision auf dem Weg hin zu einem zukünftigen BOS-eigenen Breitbandnetz aufzeigen soll.
Gremienarbeit – der Wortteil ‚Arbeit‘ verdeutlicht bereits, dass Entscheidungsprozesse in der öffentlichen Verwaltung bisweilen langwierig und undurchsichtig wirken können. Insbesondere der Föderalismus ist, neben allen Vorteilen und Stärken, die er mit sich bringt, bei vielen Vorhaben immer wieder auch eine Herausforderung. 16 Bundesländer und der Bund sitzen regelmäßig gemeinsam mit der BDBOS in diversen Gremien zusammen, um nicht nur den jetzigen, sondern auch den zukünftigen Digitalfunk für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben aktiv zu gestalten. Die Aufgabenstellungen sind dabei so vielfältig wie die teilnehmenden Personen, Länder und deren Institutionen. Doch alle eint der Gedanke an ein gemeinsames nationales Netz, das von jeder BOS in Deutschland gleichberechtigt genutzt werden kann.
Bindeglied aller Aktivitäten ist die BDBOS, eine Besonderheit in der deutschen Behördenlandschaft: Als Bund-Länder-Anstalt setzt die Behörde die Bedarfe ihrer Partnerinnen und Partner in Bund und Ländern um und sorgt, gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft ALDB, für einen störungsfreien Betrieb des BOS-Digitalfunknetzes. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit begann 2007 mit der Gründung der BDBOS und mündete im größten TETRA-Funknetz weltweit. Zwei herausragende Merkmale dieses Netzes sind seine vielfältigen Redundanzmechanismen und die fast vollständige Flächenversorgung über das gesamte Bundesgebiet, erreicht durch jahrelange Optimierungen und Ausbaumaßnahmen. Ob in Gebäuden, in der Luft oder in den entlegensten Ecken des Landes, der Digitalfunk BOS steht verlässlich zur Verfügung.
Aber: Die derzeit eingesetzte TETRA-Technologie für den Digitalfunk BOS ist auf dem Stand der Technik von GSM, der zweiten Generation des standardisierten Mobilfunks. Schwerpunkte sind die schmalbandige Sprachkommunikation und die minimale Datenübertragung. Diese Dienste entsprechen der Zeit, in der im kommerziellen Mobilfunk Kurzmitteilungen (SMS mit 160 Zeichen) noch sehr kostenintensiv waren und Telefongespräche nur selten als Flatrate abgerechnet wurden. Im kommerziellen Bereich ist in der Zwischenzeit die fünfte Mobilfunk-Generation (5G) im Einsatz – im Forschungsumfeld wird bereits aktiv an der sechsten Generation gearbeitet.
Das Beste aus beiden Welten
Eine verlässliche Gruppenkommunikation zwischen den Einsatzkräften der BOS sorgt tagtäglich für den Einsatzerfolg. Die Sprache bleibt daher wichtigster Bestandteil der BOS-Kommunikation. Statusmitteilungen sind Grundlage sowohl für die Organisation als auch die Steuerung der Einsatzkräfte und -mittel. Doch schon heute sind viele Einsatzkräfte neben dem TETRA-Handfunkgerät mit einem persönlichen Smartphone ausgerüstet. Dabei nutzt das Smartphone den Zugang zu kommerziellen Funknetzen und bietet mit diversen Applikationen einen breiten Funktionsumfang, der auch aus der privaten Nutzung bekannt ist und geschätzt wird. Die Herausforderung besteht darin, die Vorteile der beiden Technologien, TETRA und Breitband, zu verbinden und den BOS-Nutzern insbesondere im Krisenfall eine verlässliche und moderne Funkkommunikation bereitzustellen.
Zielbilder als Orientierungspunkte
Das langfristige Ziel ist die Ablösung des aktuellen TETRA-basierten Digitalfunks durch eine Netzarchitektur auf Basis moderner Mobilfunkgenerationen. Eine gemeinsame Strategie-Arbeitsgruppe von Bund und Ländern hatte dazu bereits in der Vergangenheit ein Phasenmodell entwickelt, das den Wechsel auf die Nachfolgetechnologie bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der gewohnten Kommunikationsfähigkeiten sicherstellen soll. Das Phasenmodell wurde nun in eine zeitliche Abfolge von konkreten strategischen Schritten heruntergebrochen, die sich in einzelnen Zielbildern widerspiegeln. Jedes Zielbild stellt einen definierten Zwischenstand dar, der zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden soll. Diese Zielbilder dienen als Orientierungspunkte und zeigen die wichtigsten Optimierungsdimensionen auf, die für den jeweiligen Zeitabschnitt priorisiert werden.
Die Storyline Breitband BOS, wie in der grafischen Darstellung abgebildet, fasst die Aktivitäten von BDBOS, Bund und Ländern transparent und verständlich zusammen. Die Grundlage bildet der Wissensaufbau: Expertinnen und Experten werden befragt, der Markt sondiert und Anforderungen gesammelt. Zwar decken Mobilfunkstandards viele Bedürfnisse der BOS bereits ab, doch spezielle Anforderungen wie etwa garantierte, priorisierte und ggf. sogar verdrängende Gruppenkommunikation waren für kommerzielle Netzbetreiber bisher kein Geschäftsfeld.
Zielbild: Einheitliche Kommunikationsplattform Das erste Ziel ist die Realisierung einer einheitlichen Kommunikationsplattform. Die Essenz des aktuellen Digitalfunks BOS ist die einheitliche Kommunikation zwischen allen BOS-Teilnehmern unabhängig vom Endgerät. Dazu muss im breitbandigen Netz der Zugang über verschiedene Netze möglich sein und die BOS müssen plattformunabhängig kommunizieren können.
In der Übergangzeit bis zur endgültigen Abschaltung des TETRA-Digitalfunks bedarf es zusätzlich einer Verbindung zwischen den beiden Technologiewelten TETRA und Breitband, respektive 5G. Es sollen gemeinsame Gruppenrufe möglich sein, sodass Einsatzkräfte unabhängig vom Endgerät mithören und sprechen können. Dabei ist die Verbindung von unterschiedlichen Netzen ein Novum für den Digitalfunk BOS. Bisher ist der Digitalfunk BOS ein exklusives und in sich geschlossenes Netz. Nun müssen Schnittstellen nach außen geöffnet werden mit all ihren Herausforderungen, ohne die elementaren Sicherheitsaspekte wie Vertraulichkeit und Verlässlichkeit zu gefährden.
Zielbild: Verfügbarkeit
Neben der einheitlichen Kommunikationsplattform ist der verfügbare Netzzugang ein wichtiger Baustein. Die örtliche Verfügbarkeit des Digitalfunks BOS ist herausragend – kein kommerzielles Netz kann hier bisher mithalten. Daher ist eine Nutzung aller verfügbaren Zugangsnetze notwendig, damit auch in Gebäuden, in der Luft und in der entlegensten Ecke der Bundesrepublik Deutschland Einsätze über Breitband durchgeführt werden können.
Zielbild: Priorisierung
Mit der Etablierung einer Kommunikationsplattform und ausreichender Netzverfügbarkeit kommt die Herausforderung der Mangelverwaltung. Die Nutzung aller verfügbaren Netze bedeutet auch das Teilen von Ressourcen mit anderen, insbesondere kommerziellen, Nutzern. Ein gutes Beispiel sind Sportveranstaltungen im Stadion. Die hohe Anzahl an Nutzern im Netz, die gleichzeitig aktiv sind, kann zu einer Konkurrenz um Funkressourcen führen. Damit die Kommunikation der Einsatzkräfte auch in solchen Fällen sichergestellt ist, werden Prioritätsmechanismen benötigt. Wie das Blaulicht auf der Straße muss die BOS-Kommunikation auch im Netz Vorrang haben.
Zielbild: Digitale Souveränität / Resilienz
Die bundesweite, organisationsübergreifende und im Netz bevorrechtigte Kommunikation ermöglicht den BOS, ihre hoheitlichen Pflichten auszuüben. Derzeit müssen sich die Einsatzkräfte bei der breitbandigen Kommunikation über den kommerziellen Mobilfunk jedoch auf die Netzinfrastruktur Dritter verlassen. Diese ist zumeist auf dem Prinzip „Best Effort“ ausgelegt. Für Privatpersonen mag das gehen – ist der Zugang zum Mobilfunknetz hier gestört, erzeugt das zwar eine gewisse Unzufriedenheit, jedoch in der Regel keine Gefährdung für sich und andere. Für Einsatzkräfte der BOS muss das Netz zu jeder Zeit verlässlich verfügbar sein. Ein Stromausfall, Cyberangriffe oder andere Krisen dürfen die Funkkommunikation der BOS nicht einschränken. Um die dafür notwendige Souveränität und Resilienz zu erreichen, gibt es vielfältige Ansätze, die immer auch einen Kompromiss zwischen Aufwand und Nutzen darstellen. Eigene Netze ermöglichen den besten Zugriff und die eigene Hoheit über die Netzinfrastruktur, sind jedoch zumeist sehr kostenintensiv und benötigen u. a. spezialisiertes Personal für ihren Betrieb. Netzinfrastrukturen Dritter bieten Flexibilität und Kosteneinsparungen, die begrenzte Transparenz und der begrenzte Zugriff können jedoch zu einem ungewissen Risiko werden.
Zielbild: Ablösung TETRA
Die Ablösung des TETRA-basierten Funks kann umgesetzt werden, wenn die Bedarfe der BOS im zukünftigen Netz ausreichend erfüllt sind. Auf dem Weg zum Digitalfunk der nächsten Generation sichert der jetzige Digitalfunk BOS weiterhin die Kommunikation der Einsatzkräfte aller BOS in der Bundesrepublik Deutschland – hochverfügbar und krisensicher.
Spionagegefahr in Deutschland»Sicherheitspolitisches Armutszeugnis« – Funk von kritischer Infrastruktur teils unverschlüsselt
Digitalfunk von Gefängnissen, Flughäfen und Energieversorgern in Deutschland ist teils unverschlüsselt und leicht abzuhören. Fachleute für kritische Infrastruktur warnen vor erheblichen Sicherheitsrisiken. Erhöhte Abhörgefahr. Etliche Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Deutschland kommunizieren mit ungeschützter Funktechnik. Der Digitalfunk zahlreicher Haftanstalten, Flughäfen und Energieversorger lässt sich mit geringem technischem Aufwand auch aus der Ferne abhören, weil die Betreiber auf die Verschlüsselung ihrer Netze verzichten, wie die »Wirtschaftswoche« berichtet. Dem Bericht nach reicht ein Laptop, eine frei verfügbare Software sowie etwas technisches Verständnis, um die Gespräche abzuhören. Dabei könnten auch vertrauliche oder sensible Informationen abgefangen werden. Auf Verschlüsselung verzichtet
Die AG Kritis, eine anerkannte unabhängige Arbeitsgruppe von Fachleuten für den Schutz kritischer Infrastrukturen, beklagte im Magazin: »Dass kritische Infrastruktur über ungesicherte Funknetze kommuniziert, ist ein sicherheitspolitisches Armutszeugnis.« Man öffne Angreifern Tür und Tor, gefährde die Versorgungssicherheit und letztlich Menschenleben, sagte der Sprecher der AG, Thomas Blinn. In Deutschland sind mehr als 300 digitale Funknetze auf Basis des Tetra-Standards aktiv. Das ist eine Technik, auf der auch der Polizeifunk basiert. Dieser ist mehrfach verschlüsselt und gilt als abhörsicher. In mehreren Haftanstalten, Flughäfen sowie bei Energieversorgungseinrichtungen werde jedoch eine Version des Tetra-Netzes eingesetzt, die ohne Verschlüsselung auskomme, schrieb das Magazin und verwies auf Kostengründe. Auch Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer kritisiert Lücken beim Schutz der kritischen Infrastruktur in Deutschland. »Wir machen es potenziellen Angreifern – das gilt sowohl für terroristische und extremistische Gruppierungen wie auch ausländische Staaten – im Bereich Sabotage und Spionage zu einfach«, sagte Kramer dem »Handelsblatt«.
Immer noch seien im Internet mit einem Klick sensible Informationen über technische Details sowie teilweise auch Standorte mit GPS-Koordinaten von Kraftwerken, Hochspannungsleitungen, Telekommunikationsanlagen, Wasserwerken und Pipelines abrufbar
Bayern Landkreis Kronach - Mit dem Jahreswechsel ist im Landkreis Kronach ein Stück Feuerwehrgeschichte zu Ende gegangen
Der analoge Funk und die analoge Alarmierung der Feuerwehren wurden nach rund 50 Jahren endgültig abgeschaltet. Damit ist die komplette Umstellung auf digitale Technik abgeschlossen. Seit den 1970er-Jahren hatte das analoge System die Kommunikation bei Einsätzen deutlich verbessert und galt lange als sehr stabil. Ausschlaggebend für den Wechsel war vor allem der Datenschutz, da der alte UKW-Funk leicht abgehört werden konnte. Schon 2016 wurde der Sprechfunk im Bereich Coburg, Kronach, Lichtenfels digitalisiert, 2023 folgten die Meldeempfänger, zuletzt jetzt die Sirenensteuerungen. Nach anfänglichen Problemen gilt das neue Digitalfunksystem inzwischen als weitgehend zuverlässig.
Jetzt lahmt bei der Bundeswehr ein weiteres Digitalprojekt
Erst hakte es beim Digitalfunk, jetzt gibt es Probleme bei einem wichtigen Softwareprojekt der Bundeswehr. Betroffen sind IT-Anwendungen für Verwaltung, Material und Logistik. Neben den Problemen beim Digitalfunk verzögert sich nun ein weiteres wichtiges Digital-Projekt der Bundeswehr. Dabei geht es um neue Software des SAP-Konzerns, die nötig wurde, weil die Walldorfer die Wartung für die bisherigen Anwendungen einstellen. Betroffen sind die zentralen Programme der Bundeswehr für Verwaltung, Material und Logistik.
Nach jahrelanger Vorbereitung sollte die neue cloudbasierte Plattform S/4Hana am 27. Oktober live gehen. Der Start für einen Großteil der darauf laufenden IT-Anwendungen musste allerdings auf das zweite Quartal 2026 verschoben werden, da es »abnahmeverhindernde Probleme« gegeben habe, wie aus einer vertraulichen Vorlage aus dem Ministerium hervorgeht.
In der Truppe ist das bisherige System, SASPF genannt, zentral für den gesamten Betrieb. So wird über die seit dem Jahr 2009 ausgerollte Software die gesamte Logistik der Truppe abgewickelt, vom Rüstungseinkauf bis zur Bestellung von Ersatzteilen. Auch die Einsatzbereitschaft der vielen verschiedenen Waffensysteme, vom Panzer bis zum Stromgenerator, kann tagesaktuell über die Software abgerufen werden. Die Personalangelegenheiten werden ebenfalls darüber abgewickelt, vom Krankenstand bis zur Besoldung der Soldaten.
Laut der Vorlage habe SAP die Standardwartung des Systems bis Ende 2027 begrenzt, für die Zeit darüber hinaus wären demnach Mehrkosten angefallen – und maximal 2030 habe das endgültige Ende gedroht. Daher entschied sich die Bundeswehr nun zu der neuerlichen Mammut-Modernisierung.
Eine »zwingend erforderliche« Verschiebung
Umso entscheidender ist ein reibungsloser Übergang in die neue Systemwelt, der den Verantwortlichen dem Dokument zufolge zum eigentlich geplanten Starttermin Ende Oktober in wesentlichen Bereichen nicht gewährleistet schien. «Die fehlerfreie Weitergabe von Daten kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich sichergestellt werden«, heißt es in dem Ministeriums-Papier. Zuvor hätten bereits die Testzeiträume »immer weiter verlängert« werden müssen. In einem weiteren internen Sachstandsbericht vom September ist von »mangelhafter Funktionalität« und »nicht ausreichender Einsatzreife« die Rede. Der SAP-Vorstand habe bereits im August eine »mangelnde Softwarequalität« eingeräumt und die Verschiebung des Starts auf Frühjahr 2026 empfohlen, so das Papier.
In einer Anmerkung zu dem Vorgang schrieb der zuständige Abteilungsleiter für Rüstung und Organisation, die Verschiebung sei »zwingend erforderlich« gewesen. Er empfehle zudem, für den neuen Starttermin »eine unkonkrete Formulierung« wie »binnen Jahresfrist o.ä.« zu verwenden.
Offenbar sind die Probleme nicht nur technischer Natur. Wie schon bei früheren Modernisierungsvorhaben scheint es auch Vorbehalte in der Truppe zu geben. Die Verschiebung werde »allen Beteiligten ein Mindestmaß an Zeit« geben, »die Lösung weiter zu optimieren und so die Akzeptanz in der Bundeswehr insgesamt zu verbessern«, heißt es an einer Stelle.
Koblach - Gemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg - Arbeiten für BOS-Sendeanlage Kummenberg in finaler Phase
Am 12. November wurde im Gipfelbereich des Koblacher Hausbergs mit den Vorarbeiten zur Anbringung der Sendeanlage für Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) samt neuem Geländer begonnen. Derzeit werden Aushub- und Bohrungsarbeiten vorgenommen, bevor mit der Montage des Stahlbaus begonnen werden kann. In den kommenden Wochen ist daher im gesamten Gipfelbereich mit Baustellenbetrieb zu rechnen. Spaziergänger und Wanderer sind angehalten, den Bereich der Baustelle aus Sicherheitsgründen zu meiden. Geplant ist eine Fertigstellung der BOS-Digitalfunksendeanlage sowie die Instandsetzung der Forstwege bis Ende des Jahres. Aufgrund seiner zentralen Lage im Rheintal stellte sich der Kummenberg als idealer Standort für eine solche Sendeanlage für die Blaulichtorganisationen heraus. Die Koblacher Gemeindevertretung stimmte der Durchführung des Projekts im April 2023 zu, worauf die notwendige Erschließung mit der Leitungsverlegung Richtung Polizei-Trainingszentrum im Birken und die Errichtung der Relaisstation erfolgte. In einem finalen Schritt wird nun die Sendeanlage sowie die dazugehörige neue Absturzsicherung realisiert. Die Gemeinde wird bis zur Fertigstellung fortlaufend über den Baufortschritt informieren. Quelle und Foto: vol.at
Sicherung des Digitalfunknetzes BOS in Rheinland-Pfalz mit mobilen Netzersatzanlagen - theoretische Einweisung
Anfrage an: [Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik](https://fragdenstaat.de/.../polizeiprasidium-einsatz.../) Unter [https://digitalfunk.rlp.de/service/pres…](https://digitalfunk.rlp.de/.../sicherung-des...) heißt es am 29.10.25: " Sicherung des Digitalfunknetzes BOS in Rheinland-Pfalz mit mobilen Netzersatzanlagen abgeschlossen Am Samstag, den 18. Oktober 2025, wurde eine weitere mobile Netzersatzanlage an die Feuerwehr übergeben. Damit sind nun alle im Rahmen der jüngsten Beschaffungsvorgänge erworbenen mobilen Netzersatzanlagen ausgehändigt. Die Übergabe fand in der Feuerwache Nord der Freiwilligen Feuerwehr Lahnstein statt. Im Rahmen der offiziellen Übergabe erhielten die Einsatzkräfte eine umfassende theoretische und praktische Einweisung in den Betrieb der mobilen Netzersatzanlage. Dabei wurden auch die besonderen Zutrittsregelungen zu TETRA-Basisstationen sowie die Einspeisung von Ersatzstrom erläutert und anschließend durch die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lahnstein an der zugehörigen TETRA-Basisstation praktisch umgesetzt. Zum Hintergrund: Zur Sicherstellung der Ausfallsicherheit der TETRA-Basisstationen sind sämtliche Standorte in Rheinland-Pfalz mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) ausgestattet, die bei einem Stromausfall den Betrieb für mehrere Stunden aufrechterhält. Bei länger andauernden Stromunterbrechungen übernehmen Netzersatzanlagen die Energieversorgung. Das sogenannte Notfallnetz, bestehend aus ausgewählten TETRA-Basisstationen, gewährleistet eine nahezu flächendeckende Funkversorgung der Einsatzfahrzeuge für mindestens 72 Stunden. Die Stromversorgung sowohl des regulären Netzes als auch des Notfallnetzes wird im Bedarfsfall durch ortsfeste und mobile Netzersatzanlagen sichergestellt. " Mein Anliegen: Bitte stellen Sie die Dokumente der umfassenden theoretischen Einweisung zur Verfügung, die im Rahmen der offiziellen Übergabe stattgefunden hat. Z.B. den Foliensatz, welcher im Artikel-Bild "theoretische Einweisung" unter [https://digitalfunk.rlp.de/fileadmin/_p…](https://digitalfunk.rlp.de/.../csm_2025-10-25...) zu sehen ist. Vielen Dank. Quelle: fragenstaat
Baden-Württemberg - Sersheimer Wehr stellt auf Digitalfunk um
Sersheim - Landauf, landab müssen die Freiwilligen Feuerwehren ihren Funk von analog auf digital umstellen – so nun auch in Sersheim. Einen Antrag auf eine entsprechende Förderung hat Kommandant Lucas Reiber gestellt und er rechnet mit einem Zuschuss in Höhe von rund 3600 Euro. Quelle und Foto: vkz.de